44 Saͤngerin ſich noch einmal in Catharinens Arme warf, ſie ihrer wandelloſen Treue verſicherte, und das Hünd⸗ chen unterm Arm, ſtill die Treppe hinunter ſchlich. Einen Augenblick ſpäter ſah die athemloſe Catharine ſie im Mantel der Pachtfrau, geſetzten Ganges über die Zugbrücke wandeln.
„He!“ rief der Wächter,„Ihr kommt heute Abend bald zurück, May Bridget? Wenig Freude im Schloß — nicht wahr?— kranke Zeit, traurige Zeit.“
„Ich habe mein Kerbholz vergeſſen,“ ſagte die beſoa⸗ nene Franzöſin,„und bin ſo ſchnell zurück, als man einen Milcheimer ausſchöpft.“
Sie ging fort und ſchlug, das Dorf vermeidend, einen Fußpfad durch den Park ein. Catharine athmete nun frei, und daukte Gott, als ſie ſie in der Ferne ver⸗ ſchwinden ſah. Noch eine ängſtliche Stunde dauert⸗ es, bis man die Flucht der Sängerin entdeckte. Dieß geſchah, ſobald die Magd, die ſich eine Stunde zu einem Geſchäft genommen hatte, zu dem zehn Minuten hin⸗ reichten, zurückkehren wollte, und fand, daß Jemand ihren grauen Friesrock weggenommen hatte. Sogleich wurde geuaue Unterſuchung angeſtellt; endlich erinner⸗ ten ſich die Mägde der Sängerin, und wagten zu flü⸗ ſtern, dieſer könne es wohl eingefallen ſeyn, ein altes Kleid für ein neues auszutauſchen. Der Wächter wurde ſtreng befragt und gab an, er habe die Milchmagd gleich nach der Veſperglocke hinausgehen ſehen, und als dieſe ſelbſt es läugnete, ſagte er, ſo könne es Niemand als der Teufel geweſen ſeyn.


