25 Hoheit nun bitten, mich los zu kaſſen?“ denn Roth⸗ ſay hieſt noch immer ihren Arm feſt. Nein, ſchöne Gefangene, ſträubt Euch nicht— was fürch tet Ihr 2“
„Ich ſträube mich nicht, Mylord. Wenn es Euch gefällt, mich zurückzuhalten, will ich Euch nicht mit Gewalt zwingen, mich zu mißhandeln und Euch Schmerz zu erregen, ſobald Ihr denken köunt.“
„Die Verrätherin, du hielteſt mich Monate lang ge⸗
fangen„ ſagte der Prinz,„und willſt dich mir nicht
auf einen Augenblicke ergeben 2*
„Mylord, dieß wäre auf den Straßen von Perth artig geſagt, wo ich hören oder fliehen könnte— hier iſt es Tyrannei.“
„Und wenn ich dich gehen ließ, wohin würdeſt du fliehen?“ fragte Rothſay,„die Brücken ſind aufgezogen, die Fallgitter niedergelaſſen, und die Leute, welche mir folgen, ſind erſtaunlich taub gegen das Geſchrei eines blöden Mädchens. Sey daher nachgiebig, und du ſollſt erfahren, was es heißt, ſich einem Fürſten verbinden.“
„Laßt mich los, Mylord, und hört mich von Euch auf Euch ſelbſt mich berufen— von Rothſay auf den Prinzen von Schottland. Ich bin die Tochter eines niedern aber ehrlichen Bürgers; ich bin, wie ich wohl ſagen darf, die Braut eines tapfern und rechtlichen Mannes. Habe ich Eure Hoheit irgend zu dem auf⸗ gemuntert, was Ihr thatet, ſo geſchah es ohne Abſicht. Ich bitte Ench daher, Eure Gewalt über mich zu ver⸗ geſſen, und mich gehen zu laſſen. GEure Hoheit kann


