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„»Dein Kummer iſt auch mein Schmerz,“ war die Antwort des Herzogs.„Wahrlich, Errol, dieſer kreu⸗ herzige, wackere Lord hat mich mit ernſten Blicken und auch ziemlich ernſten Lectionen ſo ermuͤdet, daß ich zu dir mich fluͤchten mußte, du ſchlechter Menſch, von dem ich aber nichts Gutes erwarte, aber doch vielleicht eine Unterhaltung gewinne. Aber ehe wir weiter ſprechen, es war eine ſchlechte That, die vom Faſtendienſtag. Ich hoffe, ſie kam nicht von dir.“
„Bei meiner Ehre, Mylord, ein bloßer Irrthum des viehiſchen Bonthron. Ich deutete blos an, ein rechter Hieb wurde dem Burſchen geboten, durch den ich die Hand verlor, und ſiehe da, mein Schurke machte einen doppelten Mißgriff. Er nimmt einen Mann ſtatt des Andern und die Art ſtatt des Pruͤgels.“*
„Gut, daß es nicht weiter kam. Es liegt wenig an dem Muͤtzenhaͤndler; aber das haͤtt' ich dir nie vergeben, wenn der Waffenſchmied gefallen waͤre,— ſeines Gleichen iſt nicht in Britannien.— Aber ich hoffe, ſie haben den Schuft hoch genug gehaͤngt?«
„Wenn dreißig Fuß hinreichen,“ erwiederte Ra⸗ morny.
„Pahl nichts mehr von ihm,“ ſagte Rothſay,„ſein elender Name macht, daß der gute Wein nach Blut ſchmeckt.— Und was gibts in Perth? was machen unſre bona roba's*) unſre luſtigen Kameraden?“
„»Wenig Luſtigkeit mehr, Mylord,“ antwortete der Ritter,„alle Augen ſind auf die Bewegungen des ſchwarzen Douglas gerichtet, der mit fuͤnftauſend au erleſenen Kriegern anruͤckt, um uns alle zurecht zu bringen, als ging's zu einem zweiten Otter⸗
*) Italieniſch, gute Wagren, ſ. v. a. Frendenmaͤd⸗ chen. A. d. Ueberſ.


