— 110 Licht bringſt, ſo waͤre es beſſer, du gruͤbeſt dein eige⸗ nes Grab.
Indem er ſo ſprach, oͤffnete ſich die Thuͤre der Huͤtte,
und ließ einen Strahl vom Mondſchein herein. Die Geſtalt des hinausgehenden Haͤuptlings zeigte ſich einen Augenblick, die geflochtene Thuͤre ſchloß ſich, und die Huͤtte blieb in Finſterniß. Simon Glover war froh, ein Geſpraͤch, voll Belei⸗ digung und Gefahr, ſo friedlich zu Ende gebracht zu ſehen. Aber tief ruͤhrte ihn der Zuſtand Hector Mar Jan's, den er ſelbſt auferzogen hatte.
„Armes Kind,“ ſagte er,„auf einen ſo hohen Platz geſtellt zu werden, nur um mit Verachtung wieder herabzuſteigen! Was er mir ſagte, wußte ich theil⸗ weiſe; da ich oft bemerkte, daß Conachar geneigter war zu zanken als zu fechten. Aber dieſe uͤbermaͤchtige Feigherzigkeit, die weder Scham noch Noth unterdruͤ⸗ cken kann, kann ich, der ich kein William Wallace bin, nicht begreifen. Und ſich zum Braͤutigam fuͤr meins Tochter vorzuſchlagen, als haͤtte eine Braut Muth
fuͤr ſich und den Braͤutigam! Nein, meine Catharine
muß einen Mann haben, zu dem ſie ſagen darf: „„Gatte, ſchone deinen Feind,«⸗ und keinen ſolchen, fuͤr den ſie rufen muß:„pedler Feind, ſchone meinen Gatten.““.
Ermuͤdet von dieſen Gedanken, ſchlief der alte Mann endlich ein. Am Morgen weckte ihn ſein Freund der Booſhalloch, der mit etwas weißem Geſicht ihm vor⸗ ſchlug, zu ſeiner Wohnung auf der Matte im Bal⸗ lough, das heißt, am Ausfluß der Sees in den Strom zurhäzntehnfn, Er brachte die Entſchuldigung vor,
aß der Haͤuptling dieſen Morgen Simon Glover nicht ſehen koͤnne, weil er mit den Vorbereitungen zum Kampf beſchaͤftigt ſey: Eachin Mae Jan halte
en Aufenthalt am Ballough am ſicherſten fuͤr Simon Glover's Geſundheit, und habe Befehl gegeben, fuͤr


