52 von ihrem Durſt nach Gewalt, ihrer angemaßten Macht uͤber das Gewiſſen der Menſchen und ihrem Verlangen nach Vermehrung des weltlichen Reich⸗ thums ſprach.“
„Um Gotteswillen, Catharine,“ ſagte der Vater, „ſprich doch leiſe; deine Stimme erhebt ſich, und deine Sprache wird bitter,— deine Augen funkeln. Dieſem Eifer fuͤr das, was dich nicht mehr als An⸗ dere angeht, haſt du es zuzuſchreiben, daß boshafte Menſchen dir den verhaßten und gefaͤhrlichen Namen einer Ketzerin geben.“
„Ihr wißt, ich ſpreche nur, was wahr iſt,« ſagte Catharine,„und was Ihr ſelbſt oft zugeſtanden habt.“
„Bei Nadel und Bocksfell, nein!« antwortete der Handſchuhmacher haſtig;„ich ſoll zugeſtanden haben, was mich Leib und Leben, Land und Gut koſten kann? Denn eine volle Commiſſion iſt nieder geſetzt worden, die Ketzer zu fahen und zu unterſuchen, denen alle die letzten Aufſtaͤnde und Zwiſtigkeiten zur Laſt ge⸗ legt werden; darum ſind wenig Worte die beſten, Maͤdchen. Ich halte es immer mit dem alten Saͤnger:
„Das Wort iſt Knecht, der Gedanke frei, „Orum Schweigen dir gerathen ſey.“ „Der Rath kommt zu ſpaͤt, Vater,« antwortete Catharine, auf einen Stuhl neben ihres Vaters Bett niederſinkend.„Die Worte ſind geſprochen und ge⸗ hoͤrt, und Simon Glover, Burger in Perth, iſt an⸗ geklagt, daß er unehrerbietig von den Lehren der hei⸗ ligen Kirche geſprochen habe.“—


