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„Ich weiß Beides,“ ſagte der alte Mann, indem er ſich auf den Ellbogen erhob;„aber ich fordere das elende Geruͤcht heraus, mir zu beweiſen, daß ich je ſeine ketzeriſchen Anſichten annahm, obgleich ich ihn gern von der Verderbniß der Kirche, der ſchlechten Herrſchaft der Edlen, und der ſchmaͤhlichen Unwiſſen⸗ heit der Armen ſprechen hoͤrte, wenn er bewieß, wie es mir ſchien, daß die ganze Tugend unſres Staats, ſeine Kraft und Ehre unter der Buͤrgerſchaft der beſ⸗ ſern Klaſſe liege, was ich als eine gute, der Stadt vortheilhafte Lehre annahm. Und wenn er nicht die rechte Lehre predigte, warum ließen es ihm ſeine Obern im Karthaͤuſerkloſter zu? Wenn die Hirten den Wolf in Schafskleidern in die Heerde werfen, ſo koͤnnen ſie die Schaafe nicht tadeln, wenn ſie zerriſſen werden.“*
„Sie duldeten ſeine Predigten, ja, ſie munterten ihn dazu auf,“ ſagte Catharine,„ſo lang die Laſter der Lalen, die Anmaßungen der Vornehmen, und die Unterdruͤckung der Armen die Gegenſtaͤnde ſeines Tadels waren, und ſie freuten ſich uͤber das Volk, das, zu der Karthaͤuſerkirche ſich draͤngend, alle ande⸗ ren Kloͤſter verließ. Aber die Heuchler,— denn das ſind ſie— verbanden ſich mit den andern Bruͤder⸗ ſchaften zur Anklage ihres Predigers Clemens, als er von der Schilderung der Verbrechen des Staats auf die Darſtellung des Stolzes, der Unwiſſenheit und der Schwelgerei der Geiſtlichen ſelbſt uͤberging, und


