114 3 ſelbſt, als er ſicher aus der Thüre war.„Ich halte gewiß ſo wenig auf dergleichen, als irgend jemand; aber doch, ſo dumm die Einbildung iſt, bin ich froh, dem ſchreienden Kind das Leben gerettet zu haben. Doch jetzt muß ich zu Freund Smotherwell, den ich ohne Zweifel wegen Bonthron's auf meine Seite bringe; und ſüßw. de ich zwei Leben retten und habe nur eines zer⸗ ört.
Zweiundzwanzigſtes Kapitel.
Die hohe Kirche von St. Johann in Perth war als die Kirche des Schutzheiligen der Stadt von der Obrig⸗ keit zu der Feierlichkeit des Gottesgerichts gewählt worden, weil in ihr das Volk am meiſten Spielraum hatte. Die Kirchen und Klöſter der Dominikaner, Kar⸗ thäuſer und andrer Ordensgeiſtlichen waren von König und Edlen reich begabt worden und darum war es der allgemeine Ruf des Stadtraths, man müſſe„ihrem eignen, guten, alten St. Johann,“ deſſen Gunſt ſie ſich ſicher glaubten, vertrauen und ihn den neuen Patronen vorziehen, für welche die Dominikaner, Karthäuſer, Karmeliter und andere neue Sitze in der ſchönen Stadt umher gegründet hatten. Der Streit zwiſchen Ordens⸗ und Weltgeiſtlichen erhöhte die Eiferſucht, welche die Wahl des Ortes beſtimmte, dem der Himmel auf ge⸗ rade Berufung auf göttliche Entſcheidung eine zweifel⸗ hafte Schuld durch eine Art von Wunder erklären ſollte; und der Stadtſchreiber gab ſich ſo viel Mühe, die St. Johannskirche vorgezogen zu wiſſen, als wäre in der Verſammlung der Heiligen eine Parthei für die andere gegen die Intereſſen der ſchönen Stadt geweſen.
Manchfaltig waren daher die unbedeutenden Intriguen, welche wegen der Wahl einer Kirche begonnen und zer⸗ ſtört wurden. Aber die Obrigkeit beſchloß, in Betracht,


