89 denn dieſe genießen doch am haͤufigſten den Vortheil Eurer Fuͤrbitte.«
„Setze dich und ſey ſtill, thoͤrichter Juͤngling,⸗ ſagte der Vater indem ſein Auge auf dem ſchoͤnen Geſichte und der anmuthigen Geſtalt ſeines Lieblings ruhte. Rothſay zog einen Schemel zu den Fuͤßen ſeines Va⸗ ters und warf ſich nachlaͤßig darauf, waͤhrend der Koͤ⸗ nig weiter ſprach.
„Ich bedauerte, daß der Graf von March, kaum von mir mit der vollſten Zuſicherung einer Verguͤtung jedes Unrechts wegging, uber das er ſich beklagen wuͤrde und ſogleich im Stande war, ſich mit Northumberland gegen ſein Vaterland zu verſchwoͤren.— Iſt es moͤg⸗ ich, daß er an unſerm Willen zweifle, unſer Wort zu halten?«
„Ich will für ihn antworten: Nein,“ ſagte der Prinz, „»March zweifelte nie an Eurer Hoheit Wort. Nur möchte er wohl zweifeln, ob Eure erfahrnen Räthe Eu⸗ rer Majeſtät die Macht laſſen würden, es zu halten.“
Robert III. hatte in hohem Grade die ſchüchterne Politik angenommen, Ausdrücke, die, wenn er ſie hörte, verlangten, daß er ſeinen Unwillen darüber bezeigte, gar nicht zu hören. Er fuhr daher in ſeiner Rede fort, ohne auf ſeines Sohns Worte zu achten, aber es mehrte doch insgeheim Rothſays vorſchnelles Weſen das Mißvergnügen, mit dem er ihn zu betrachten begann.
„Es iſt gut, daß Douglas an der Gränze iſt,« ſagte der König,„ſeine Bruſt war, wie die ſeiner Vorfahren, immer das beſte Bollwerk Schottlands.“
»Dann weh uns, wenn er den Rücken wendet!« ſagte der unverbeſſerliche Rothſay.
»Kannſt du Douglas Muth verdächtigen wollen?« entgegnete der König äußerſt aufgebracht. 1
„Niemand darf des Grafen Muth in Zweifel ziehen,“ ſagte Rothſay,„er iſt ſo gewiß, als ſein Stolz;— aber an ſeinem Glück darf man zweifeln, oder die Annal⸗


