83 unſerm unſterblichen Ahn! ich bitte dich, theuerſter Bruder, habe Mitleiden mit mir. Sage mir, welches Uebel droht meinem Sohn oder meinem Königreich?“
Das Geſicht des Königs, vor Angſt bebend, ſeine thränenvollen Augen waren anf ſeinen Bruder gerich⸗ tet, der ſich Zeit zur Ueberlegung zu nehmen ſchien, ehe er antwortete.
»Mylord, das iſt die Gefahr. Eure Gnaden glaubt, der Prinz habe keinen Theil an dieſem zweiten Angriff auf die Bürger von Perth— der Mord dieſes elenden Strumpfwirkers, um deſſen Tod ſie ſchreien, wie ein Schwarm Möwen um ihren Kameraden, wenn eine von der lärmenden Brut durch den Pfeil eines Knaben niedergeſtreckt wird.“
„Ihr Leben iſt ihnen und ihren Freunden theuer, Robin,“ ſagte der König.
»„Ja, mein Lehnsherr; und ſie machen es auch uns theuer, wenn wir wegen jedes Bluttropfens mit den Schurken unterhandeln müſſen. Aber, wie ich ſagte, Eure Majeſtät glaubt, der Prinz habe keinen Theil an dem letzten Mord: ich will Euren Glauben in die⸗ ſem zarten Punkt nicht erſchüttern, ſondern verſuchen, mit Euch zu glauben. Was Ihr denkt, iſt Geſetz für mich. Robin von Albany wird nie anders denken, als Robin von Schottland.“
»Ich danke Euch,« ſagte der König und faßte die Hand ſeines Bruders,„ich wußte wohl, daß Eure Liebe dem armen, unklugen Rothſay Gerechtigkeit wiederfah⸗ ren laſſen würde, der ſich ſo vielen uüͤbeln Nachreden ausſetzt, daß er die Gefühle kaum verdient, die Ihr für ihn hegt.«
Albany hatte eine ſo unerſchütterlich kaltblütige Fe⸗ ſtigkeit, daß er den brüderlichen Händedruck des Königs erwiedern konnte, während er die Hoffnungen des nach⸗ ſichtigen zärtlichen Greiſes bei der Wurzel ausriß.
»Aber, ach!“ fuhr der Herzog mit einem Seufzer
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