Teil eines Werkes 
154. Bändchen = Neue Folge, 4. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 4. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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50 ſie mit ſolchen Zufaͤllen umzugehen, ja ſie beſaß fuͤr gewoͤhnlichere Faͤlle eine wundaͤrztliche Kenntniß, die zhres Pflegeſohns kriegeriſche Neigungen in beſtaͤnd i⸗ ger Uebung gehalten hatten.

„Wohlan,“ ſagte ſie,„Sohn Heinrich, laß meine Kranke aus deinen Armen— wenn ſie gleich der Umarmung werth iſt— und brauche ſie dann ſelbſt, um mir zu helfen, wo ich dich brauche.— Nun, ich verlange nicht, daß Ihr auch die Hand fahren laſſet, wenn Ihr ſanft darauf klopfen wollt, wenn die Fin⸗ ger ſich loͤſen.“

„Ich auf ihre ſchoͤne, kleine Hand ſchlagen l⸗ ſagte Heinrich,„Ihr koͤnntet mich eben ſo gut mit dem Schmiedehammer auf ein Trinkglas klopfen heißen, als ihre ſchoͤne Hand mit meinen hornharten Fingern anruͤhren.— Aber die Finger entfalten ſich und wir wollen ein beſſer Mittel finden, als das Schlagen,“ hiemit legte er ſeine Lippen an die ſchoͤne Hand, de⸗ ren Bewegung die ruͤckkehrende Empfindung ankuͤndigte. Einige tiefe Seufzer folgten und das ſchoͤne Maͤdchen von Perth oͤffnete die Augen, heftete ſie auf den Ge⸗ liebten, der neben dem Bette knieete und ſank wie⸗ der aufs Kiſſen zuruͤck. Da ſie ihre Hand dem Drucke des Liebenden nicht entzog, ſo muͤßen wir mit billiger Nachſicht glauben, die Ruͤckkehr des Bewußtſeyn's ſey nicht ſo vollſtaͤndig geweſen, daß ſie bemerkte, wie er den Vortheil mißbrauchte und abwechſelnd Mund und Bruſt druͤckte. Zugleich muͤßen wir geſtehen, daß waͤh⸗ rend dieſes Ruͤckfalls das Blut ihre Wangen faͤrbte