46 iſt. Wer iſt der Unglückliche, der dieſem furchtbaren Mörder anheim fiel.“
„Ein Menſch, der nur ein wenig mehr werth war, als dieſer,“ entgegnete der Kranke,„ein elender Hand⸗ werker, dem das Schickſal doch die Macht gegeben hatte, Ramorny zum Krüppel zu machen. Fluch begleite ſeine niederträchtige Seele! Sein Tod iſt für meine Rache nur ein Waſſertropfen in einem Ofen. Ich will kurz ſeyn, denn meine Gedanken verwirren ſich wieder; es iſt die Noth, die ſie zuſammenhält, wie ein Köcher ein Bund Pfeile.— Euer Leben iſt in Gefahr, My⸗ lord; ich ſage hier, was ich gewiß weiß. Ihr habt Douglas getrotz, Euern Oheim beleidigt, Euren Vaker
erzürnt, aber das Lente wäre nur eine Kleinigkeit ge⸗
gen die beiden erſten.“
„Es ärgert mich, daß ich meinen Vater erzürnt habe,“ ſagte der Prinz, eine ſo unbedeutende Sache, wie der Mord eines Handwerkers, über den wichtigern Dingen, von denen die Rede war, ganz vergeſſend, „aber wenn ich will, wird Douglas Macht geſtürzt und Albany wird ſeine Staatsklugheit nichts helfen.“
„Wenn, wenn, Mylord,“ ſagte Ramorny, bei ſol⸗ chen Gegnern darf man ſich nicht auf wenn und aber verlaſſen. Ihr müßt Euch auf einmal entſchließen, zu Grunde zu richten, oder zu Grunde zu gehen.“
„Was wollt Ihr ſagen, Namorny? Euer Fieher macht Euch raſen?“ 3
„Nein, Mylord. Wäre meine Wuth auf dem höch⸗ ſten Gipfel, die Gedanken, die mir jetzt durch die Seele


