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„Bleidt einen Augenblick; Ihr ſeyd der Geſelle von Heinrich von Wynd; Ihr habt ihm oft den Dienſt ge⸗ than, ſeine Thaten zu erzählen, wie Ihr ſo eben ge⸗ than habt; ich wollte, Ihr könntet ihn von einem an⸗ dern Unrecht, deſſen man ihn anklagt, in meinen Augen reinigen.“
„Ich bin bereit, bei der Spitze meines Schwertes zu ſchwören, daß die Anklage ſo falſch iſt wie die Hölle, Vater Simon. Wie? bei Klinge und Schild! ſoll ein Kriegsmann den andern fallen laſſen?“
„Seyd ruh'g, Nachbar Mützenhändler. Ihr könnt dem Waffenſchmied einen Dienſt thun, wenn Ihr die Sache recht verſteht. Ich habe mit Eunch ſprechen wol⸗ len, nicht als ob ich Euch für den klugſten Kopf von Pevth hielte, denn wenn ich das ſagte, würde ich lügen.“
„Gut, gut,« antwortete Proudfute zufrieden,„ich weiß, was Ihr mir vorwerft; Ihr kalten Köpfe glaubt, daß wir andern Hitzköpfe Narren ſind. Mehr als zwan⸗ zigmal habe ich Heinrich von Wynd ſo nennen hören.“
„Schon gut, dumm genug und fromm genug mag ſich wohl zuſammen reimen,“ ſagte Glover,„aber ich glaube du biſt gutmüthig und liebſt deinen Kameraden wir ſind jetzt ein wenig queer mit ihm. Du weißt, daß von einer Heirath zwiſchen meiner Tochter und dem Waffenſchmied die Rede war?“ 3
„Ich habe das Lied ſeit St. Valentin gehört. Ach! wer das ſchöne Mädchen von Perth beſitzt, iſt ein glück⸗ licher Mann. Aber das Heirathen verderbt junge Leute; ich ſelbſt bedaure manchmal....“


