— 89
„Nichts davon; dieſe traurigen Gedanken verkünden nicht meinen eigenen Tod. Ich habe ein gutes Horoscop und werde noch fünfzig Jahre leben. Aber es iſt das Schickſal des armen Jungen, des Douglas'ſchen Dienſt⸗ manns, den ich im Streit am St. Valentinstag nie⸗ derwarf, er iſt vorige Nacht geſtorben; dieß iſt die Laſt, die ich auf dem Gewiſſen habe und die traurige Gedanken in mir erweckt. Ach! Vater Simon, wir Kriegsleute, die wir in unſerm Zorn Blut vergießen, haben oft ſchwarze Gedanken. Ich habe oft gewünſcht, mit meinem Meſſer nur verwirrte Fäden abgeſchnitten zu haben.“
„Und ich wünſchte,“ ſagte Simon,„das meine hätte nur in Bocksleder ſtatt oft auch in meine Finger ge⸗ ſchnitten. Inzwiſchen könnt Ihr Euch Gewiſſensbiſſe erſparen, es wurde bei der Sache nur Ein Mann ſchwer verwundet und zwar der, dem Heinrich Smith die Hand abhieb; man ſagt, er ſey ziemlich hergeſtellt. Er heißt Black Quentin, im Dienſt von Sir John Ramorny. Man hat ihn insgeheim nach Hauſe geſchickt.“
„Wie? Black Quentin 2 Guter Gott! das iſt der⸗ ſelbe, den Heinrich und ich, denn wir ſtehen immer nebeneinander, zu gleicher Zeit trafen, nur ſiel mein Hieb etwas früher als der ſeinige; ich fürchte, es möchten weitere Unruhen in der Stadt daraus ent⸗ ſtehen und der Oberrichter fürchtet es auch. Aber Ihr ſagt, er befinde ſich wohl, nun ſo will ich wieder luſtig ſeyn und da Ihr mich nicht ſehen laſſen wollt, wie das Nachtkleid der ſchönen Katharine ſteht, ſo will ich meine Mohrentänzer beim Greif wieder aufſuchen.“


