8¹ gemiſcht war.„Dieſer Trank,“ ſagte er ſofort,„wird einen ununterbrochenen Schlaf hervorbringen.“
„Wie lang wird er dauern?“ fragte der Ritter.
„Die Zeit der Wirkung iſt ungewiß,“ war die Ank⸗ wort des Arztes,„vielleicht bis morgen.“
„BVielleicht bis in Ewigkeit,« ſagte der Kranke,„Herr Arzt, koſtet mir auf der Stelle dieſen Trank, oder er berührt meine Lippen nicht.“
Der Apotheker gehorchte mit verachtendem Lächeln.
„Ich würde ihn gerne ganz trinken,“ ſagte Dwining, „aber dieſer indiſche Gummi bringt dem Geſunden wie dem Kranken Schlaf und meine Geſchäfte gebieten mir, mich wach zu halten.“
„Ich bitte Euch um Verzeihung, Dwining,“ ſagte Ramorny, indem er die Angen niederſchlug, als ſchämte zer ſich, ſeinen Verdacht geäußert zu haben.
„Es iſt unnöthig, den um Verzeihung zu bitten, den⸗ nichts beleidigt; das Inſekt muß dem Rieſen danken, daß er es nicht zertritt, übrigens, edler Ritter, ſind die Inſekten ſo gut im Stand, Uebel anzurichten, als die Aerzte. Was hätte es mich gekoſtet, den Balſam zu vergiften, den ich auf Eure Wunde legte und da⸗ durch Euren Arm bis zur Schukter brandig und Euer Blut wie eine ſchlechte Sulze gerinnen zu machen? Wer hätte mich gehindert, noch feinere Mittel zu brau⸗ chen und Euer Gemach mit Eſſenzen zu vergiften, vor denen das Lebenslicht immer dunkler und dunkler flakert und zuletzt wie eine Kerze im trüben Dunſt einer un⸗ Waller Scott's Werke. 1538 Boͤchen. 6


