80 „wer würde dann die kochenden Schmerzen ſtillen, die mein Gönner leidet und die ihn ſelbſt gegen ſeinen af⸗ men Diener aufbringen, weil er von der Heilkunſt ſpricht, die ohne Zweifel gegen die Kunſt, Wunden zu ſchlagen, eine Kleinigkeit iſt.“
Der Arzt wagte nicht wieder, mit der Laune des gefährlichen Kranken zu ſpielen und machte ſich ernſtlich daran, die Wunde zu verbinden; er brachte einen wohl⸗ riechenden Balſam darauf, deſſen Duft ſich im Zimmer verbreitete und der das Feuer der Wunde in angenehme Kühlung verwandelte. Die Erleichterung, die der Kranke fühlte, wirkte ſo ſchnell, daß er ſtatt eines Seufzers einen Freudenruf hören und ſich aufs Bette zurückfallen ließ, um der Ruhe und des Wohlſeyns zu genießen, das er empfand.“
„Eure Herrlichkeit weiß nun, wo Eure Freunde ſind,“ ſagte Dwining.„Hättet Ihr Eurer Wuth Raum ge⸗ geben und geſagt: Tödtet mix den unwürdigen Quack⸗ ſalber, wo innerhalb der vier Meere Großbritanniens hättet Ihr einen Mann gefunden, der Euch ſo wohl gethan hätte?“
„Vergeßt meine Drohungen, guter Arzt,“ ſagte Ra⸗ morny,„aber nehmt Euch in Eurem Betragen gegen mich in Acht. Leute meiner Art dulden keinen Spott über ihre Leiden. Geht und behaltet Eure Sticheleien für die Elenden, die in den Spitälern ſtecken.“
Dwining verſuchte kein Wort mehr, ſondern goß einige Tropfen aus einer Phiole, die er aus der Taſche zog, in einen kleinen Becher voll Wein, der mit Waſſer


