79 menziehen, als wollten ſie die Finger noch einmal be⸗ wegen, die keinen Dolch mehr faſſen können.“
„Das iſt, wenn es Eurer Herrlichkeit gefällig iſt, zu hören, eine in unſerer Kunſt wohlbekannte Erſchei⸗ nung. Unter den alten Weiſen haben einige gedacht, es beſtehe zwiſchen den Nerven eines abgenommenen Glieds und dem Theil, von dem es getrennt wurde, noch eine Sympathie und in einem Fall, wie zum Bei⸗ ſpiel der Eurige iſt, können die Finger, die Ihr nicht mehr habt, beben und ſich zuſammenziehen, gleichſam um dem Antrieb zu entſprechen, der aus ihrer Sym⸗ pathie mit der Lebenskraft des Gliedes hervorgeht, dem ſie angehört haben. Könnten wir die Hand wie⸗ der bekommen, die gegenwärtig an das Staorkreuz ge⸗ nagelt oder unter Douglas des Schwarzen Obhut iſt, ſo möchte ich die merkwürdige Erſcheinung beobachten; aber ich glaube, man würde eben ſo ſchwer einem hung⸗ rigen Adler ſeine Beute aus den Klauen reißen.“
„Und du würdeſt eben ſo ſicher mit dem Zorn eines verwundeten Löwen ſpielen, als mit Sir John Ra⸗ morny,“ fuhr der Ritter ihn an, von einem Grimm bewegt, den er nicht länger bemeiſtern konnte.„Elen⸗ der! thue deine Pflicht und bedenke, daß wenn mir auch eine Hand fehlt, um den Dolch zu faſſen, mir hundert zu Gebot ſtehen.“
„Der Anblick einer einzigen,“ erwiedertn Dwining, „wenn ſie zornig erhoben wird, wäre fähig, Eurem Wundarzt das Lebenslicht auszublaſen, aber wer,“ fuhr er mit halb ſchmeichelndem, halb ſpöttiſchem Tone fort,


