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einen Ring zeigte.„Betrachte Ramorny's Siegelring, der bei dem elenden Gefecht verloren ging. Er fiel ei⸗ nem von Douglas Leuten in die Hände und wurde von dem Grafen meinem Bruder zugeſtellt. Bitte nicht für Ramorny; er ſoll ſterben. Geh mir aus dem Ge⸗ ſicht und berene in deiner laſterhaften Frechheit, den Zorn eines Königs mit einer Lüge im Mund herausge⸗ fordert zu haben. Schäme dich, Robert, ſchäme dich. Als Sohn haſt du deinen Vater betrogen, als Ritter dem Chef deines Ordens eine Lüge geſagt.“
Der Prinz blieb mit unruhigem Gewiſſen und von ſeinem Unrecht überzeugt, ſtumm vor dem König. Nun ließ er ehrenvollen Gefühlen, die immer im Grund ſei⸗ nes Herzens lebten, den Lauf und warf ſich ſeinem Va⸗ ter zu Füßen.
„Der Ritter, der ſich eine Lüge erlaubt hat,“ ſagte er,„verdient ausgeſtoßen zu werden, der untreue Un⸗ terthan verdient den Tod. Aber erlaubt einem Sohn, ſeinen Vater um Verzeihung für einen Diener zu bit⸗ ten, der ihn nicht zum Laſter verführt, ſondern ſich ſelbſt ungern in daſſelbe geſtürzt hat, aus Gehorſam gegen den Befehl ſeines Gebieters. Laßt mich das ganze Ge⸗ wicht der gerechten Strafe meiner Thorheiten tragen; aber verſchont die, welche mehr die Werkzeuge als die Mitſchuldigen derſelben waren. Erinnert Euch, daß es meine heilige Mutter war, die ſelbſt den Ramorny in meine Dienſte brachte.“
„Nennt ſie nicht, Robin, ich verbiete es Euch,“ ſagte der König;„ſie iſt glücklich, daß ſie den Sohn ihrer


