37 Liebe nie durch ſeine Laſter entehrt und einer Lüge ſchuldig geſehen hat.««
„Ich bin in der That unwürdig, ſie zu nennen,« antwortete der Prinz; aber mein theurer Vater; ich bitte in ihrem Namen um Gnade für Ramorny.«
„Wenn ich meinen Nath anbieten kann,« ſagte der Herzog von Albany, der merkte, daß zwiſchen Vater und Sohn bald eine Verſöhnung ſtatt haben würde, „ſo würde ich vorſchlagen, den Ramorny nebſt der Strafe, die ſeine Unklugheit verdient, von dem Haus und der Geſellſchaft des Prinzen zu verabſchieden. Das Volk wird mit ſeiner Ungnade zufrieden ſeyn und die Sache ſich leicht machen laſſen, wenn Seine Hoheit nicht verſucht, ihren Diener der Gerechtigkeit zu ent⸗ ziehen.“«
„Gebt Eure Zuſtimmung, Robin,“ ſagte der König mit zitternder Stimme und thränenvollen Augen, „dieſen gefährlichen Menſchen wegzuſchicken? Ihr gebt ſie um meinetwillen, der ich Euch mit Freuden mein Leben opfern würde?««
„Ich thue es, mein Vater,“ ſagte der Prinz,„ich will es gleich thun;« hiemit nahm er eine Feder, ſchrieb den Abſchied Ramorny's und übergab ihn dem Herzog von Albany.
„ Könnte ich alle Eure Wünſche ſo leicht erfüllen, mein Vater?« fügte der Prinz bei und warf ſich dem König wieder zu Füßen, der ihn ſogleich aufhob und zärtlich in die Arme ſchloß.
Albany betrachtete die Scene mit finſterem Geſicht und ſchwieg. So waren einige Minuten verfloſſen, als


