Teil eines Werkes 
153. Bändchen = Neue Folge, 3. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 3. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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Das iſt wahr, königlicher Bruder,« war Albany's Antwort,aber ich ſpreche ernſthaft. Gewiß iſt, daß die Hochländer, nicht wie wir, im Brauch haben, ſich in den Schranken zu ſchlagen; aber ſie haben eine an⸗ dere Art, deren Erfolg derſelbe iſt. Sie haben dieſelbe Gefahr, wie wir, wenn ſie gewinnen oder verlieren. Was liegt daran, ob dieſe Gälen kämpfen mit Schwert und Lanzen, wie es Rittern geziemt, oder mit Säcken voll Sand wie die engliſchen Bauern, oder ob ſie ſich mit Meſſern und Dolchen nach ihrer barbariſchen Ge⸗ wohnheit die Gurgel abſchneiden? Ihr Gebrauch wie der unſrige vertraut jeden Zwiſt oder Rechtsfall der Entſcheidung eines Kampfs. Sie ſind ſo eitel als kühn und der Gedanke, ſich vor den Augen Eurer Majeſtät und des Hofs ſchlagen zu dürfen, wird ſie gleich ver⸗ mögen, ihre Streitigkeit auf das Loos eines Kampfs auszuſetzen, ſelbſt wenn man ihnen, ihren Gebräuchen widerſprechend, die Geſetze auflegt, oder die Zahl der Kämpfer beſtimmt. Wir werden Sorge tragen, ſie dem Hof nicht anders als unbewaffnet und in kleiner Anzahl ſich nähern zu laſſen, als daß ſie uns zu beunruhigen wagten. Und wenn wir auf unſerer Hut ſind, ſo wird, je größer die Anzahl der Kämpfer iſt, deſto bedeutender das Blutbad unter den tapferſten Aufrührern werden. Dann wird das Hochland für lange Zeit ruhig ſeyn.-

Das wäre ein blutiges Verfahren, mein Bruder, ſagte der König,und ich ſehe mich auch genötigt, Euch zu ſagen, daß es mit meinem Gewiſſen ſtreiten würde, das Gemetzel unter dieſen rohen Menſchen zu dulden, die nicht aufgeklärter ſind als die meiſten Heiden.