125 Stab, den treuen Gefährten ihrer Gänge, und ging der Thüre zu; als der Waffenſchmied ſich zwiſchen ſie und den Ausgang ſtellte.
„Bleibt wenigſtens noch, alte Frau,“ ſagte er zu ihr, „bis wir unſere Rechnung gemacht haben; ich bin euch verfallenen Lohn ſchuldig.“
„Das iſt wieder eine Narrheit eures thörichten Ko⸗ pfes; welchen Lohn ſoll ich von dem Sohn eurer Mut⸗ ter nehmen, die mich nährte, kleidete und wie eine Schweſter behandelte.“
„So ſeyd ihr alſo dankbar, Amme? Ihr verlaßt ihren einzigen Sohn im Augenblick der größten Verlegenheit?“
Die hartnäckige Alte ſchien ſich einen Augenblick zu beſinnen. Sie blieb ſtehen, und ihre Blicke fielen bald auf ihren Herrn, bald auf die Sängerin. Aber ſie ſchüttelte den Kopf und ging von Neuem nach der Thür.
„Ich habe dieſes arme Mädchen nur in mein Haus aufgenommen,“ ſagte der Waffenſchmied,„um ſie vor Kerker und Peitſche zu ſchützen.“.
„Und warum ſie ſchützen?“ antwortete die unerbitt⸗ liche Frau Schoolbred.„Ich wette, ſie verdient beides ſo gut, als jemals ein Dieb ſein hänfenes Halsband.“
„Wie dem auch ſey, ſie verdient wenigſtens nicht auf's Blut gepeitſcht oder gefangen zu werden, bis ſie Hunger ſtirbt, und das erwartet alle, welche Douglas der Schwarze verurtheilt hat.“.
„So, beleidigt ihr den ſchwarzen Douglas aus Liehe zu einer Sängerin? Das wird euer furchtbarſter Streit werden. O, Heinrich Gow; es iſt ſo viel Eiſen in eurem Kopf, als in eurem Ambos.“ 4
„Ich habe es ſchon manchmal ſelbſt gedacht, Frau Schdolbred, aber wenn ich bei dieſer Gelegenheit eine Wunde bekomme, weiß ich ziemlich wenig, wer meiner warten kann; wenn ihr, wie eine geſchreckte wilde Gans, davon gehet? O! wer wird dann meine ſchöne Braut empfangen, die ich bald hieher zu führen gedenke.“


