Teil eines Werkes 
152. Bändchen = Neue Folge, 2. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 2. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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124 morgen zu Schiff nach Duntee, und wir müſſen ſie heute Nacht beherbergen.

Beherbergen! ihr könnt einem ſolchen Thier Schutz geben, wenn es Euch gefällt, Heinrich von Wynd; aber ſeyd verſichert, daß das nämliche Haus mich und dieſe Landſtreicherin nicht faſſen wird.

Eure Mutter iſt unzufrieden, ſagte Louiſe, das Verhältniß zwiſchen Heinrich und der Amme nicht ver⸗ ſtehend;ich werde nicht bleiben, wenn es ihr anſtößig iſt. Wenn es in einer Scheune oder einem Stall einen kerhen Winkel gibt, ſo iſt es genung für Charlot und mich.

Ohne Zweifel ſeyd ihr an dieſe Wohnung am mei⸗ ſten gewöhnt, ſagte Frau Schoolbred.

Hört, Amme, ſagte der Waffenſchmied,ihr wißt, daß ich euch um Euretwillen und um meiner Mutter willen liebe. Aber beim heiligen Dunſtan, der ein Hei⸗ liger von demfelben Stand war, wie ich; ich will in meinem Hauſe Herr ſeyn, und wenn ihr mich verlaßt, ohne mir andere Gründe anzugeben, als enern unge⸗ rechten Verdacht, ſo mögt ihr Mittel ſuchen, die Thür ſelbſt zu öffnen, wenn ihr zurückkehrt; denn ich helfe euch ſicher nicht.

Kind, dieſe Furcht zwingt mich nicht, den Namen zu entehren, den ich ſchon ſechzig Jahre führe. Es war nie die Gewohnheit eurer Mutter, und wird nie die meinige ſeyn, mich mit Gauklern, Tänzerinnen und Sängern einzulaſſen, und ich bin nicht genng in der Noth eine Wohnung zu ſinden, um zu dulden, daß das nämliche Dach die Mutter Schoolbred und eine Prinzeſſin dieſer Art decke.

Mit dieſen Worten ſchickte ſich die ſtrenge Hofmei⸗ ſterin an zu gehen, indem ſie eiligſt ihren Tartanman⸗ tel zurechtlegte, ſo daß er ihre weiße Florhaube be⸗ deckte, deren Saum ein runzliges aber Geſundheit ver⸗

kündigendes Geſicht umgab. Hierauf ergriff ſie einen