Teil eines Werkes 
152. Bändchen = Neue Folge, 2. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 2. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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117 die zufälligen Streitigkeiten, welche ihr folgten, hatten einen Theil des Tages weggenommen, und es war nahe an der Stunde der Nachmittagshorg.

Als könne er durch eiligen Schritt die Zeit zurück⸗ kaufen, die er einem von dem, wornach ſein Herz ſich ſehnte, ſo verſchiedenen Gegenſtand zu opfern genöthigt war, ging er durch den Garten der Dominikaner und trat in die Stadt, indem er ſeinen Mantel bis zum Geſicht heraufzog und die Mütze in die Augen drückte; er fuhr fort, mit derſelben Schnelligkeit durch Straſ⸗ ſen und Alleen zu gehen, in der Hoffnung ſein Haus unbemerkt zu erreichen. Dieſer Lauf dauerte etwa ſechs Minuten, eh' es ihm einfiel, er könne vielleicht zu ſchnell ſeyn, als daß das Mädchen ihm zu folgen im Stande wäre. Er wandte ſich um und ſah mit ungeduldigem Geſicht hinter ſich, was er aber bald bereute, als er Louiſen vor Ermattung faſt erſchöpft ſah.

Ich verdiente für meine Grobheit gehangen zu wer⸗ den, ſagte Heinrich zu ſich ſelbſt.Wenn ich noch mehr eilen müßte, würde das dem armen Mädchen Flügel geben, da ſie noch mit ihrem Gepäck beladen iſt? Ich bin ein ſchlechter Kerl, das iſt gewiß; ein Tölpel, ſo oft ich mit Frauen zu ſchaffen habe; und ich habe gewiß immer Unrecht, ſelbſt mit der beſten Abſicht recht zu handeln. Hört, Mädchen, laßt mich dieſes Päckchen tragen, wir werden nur deſto ſchneller fortkommen.

Louiſe hätte ſich widerſetzt, aber ſie athmete kaum und konnte nicht einmal antworten; ſie ließ daher ihren

wackern Führer das Körbchen nehmen. Als der Wach⸗ telhund es bemerkte, ſtellte er ſich vor Heinrich, ſetzte⸗

ſich auf die Hinterpfoten, ſchüttelte die vorderen und wimmerte leiſe, als wollte er getragen ſeyn.

.Schön! ſoll ich mich auch voll mit dir beladen, ſagte der Waffenſchmied, welcher ſah, daß das arme⸗

kleine Thier müde war.

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