Teil eines Werkes 
152. Bändchen = Neue Folge, 2. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 2. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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der im Kloſter ſo viel Aergerniß gegeben hat? Wackrer Mann, führt mich nicht zu dieſem. Gibt es nicht eine chriſtliche Frau, die einem armen Geſchöpf nur in einem Stalle eine Freiſtätte geben könnte? Ich will vor der Morgenröthe gehn und ſie reichlich bezahlen. Ich habe Gold und will auch Euch belohnen, wenn Ihr mich an einen Ort führen wollt, wo ich von dem jungen Wüſt⸗ ling und von den Leuten dieſes finſtern Barons, der den Tod in den Augen trug, nichts zu fürchten habe.

Behaltet es für die, ſo es brauchen, Miſtreß, ſagte Heinrich,und bietet ehrlichen Händen kein Geld an, das mit dem Spielen der Geige oder des Tambon⸗ rins, mit Tanzen, oder vielleicht einem noch ſchlimmern Handwerk gewonnen iſt. Ich ſage Euch einfach, Mi⸗ ſtreß, ich bin nicht dumm genug, um Euren Reden Glauben zu ſchenken. Ich bin bereit, Euch zu führen wohin Ihr wollt, denn mein Wort iſt ſo feſt, als ein eiſerner Ring. Aber überredet mich nicht, daß Ihr nicht wißt, wohin Ihr gehen ſollt. Ihr ſeyd nicht ſo neu in Eurem Handwerk, daß Ihr nicht wüßtet, wel⸗ ches in jeder Stadt, und weit mehr noch in einer Stadt wie Perth, die Gaſthöfe ſind, wo Mädchen, wie Ihr, um ihr Geld aufgenommen werden können, wenn ſie nicht irgend einen Dummkopf gefunden haben, der ihre Zeche zahlt. Wenn Ihr Geld habt, Miſtreß, ſo iſt meine Unruhe um Euch nicht groß. Und wahr⸗ lich, ich ſehe in dieſem übertriebnen Kummer und die⸗ ſer Furcht, bei Ausübung Eurer Talente allein zu ſeyn, nur einen Vorwand. Nachdem Heinrich Louiſen ſo bewieſen hatte, er laſſe ſich durch die gewöhnlichen Kniffe der Frauen ihrer Art nicht täuſchen, ging er einige Schritte allein, und verſuchte ſich zu überreden, er habe die klügſte und weiſeſte Parthei ergriffen. Aber er konnte nicht umhin, hinter ſich zu ſehen, was aus Louiſen werde; er war überraſcht, ſie auf eine Bank geſunken zu erblicken, die Arme auf die Kuiee geſtützt,