103 und unternehmend, wenn es ſich um Streit oder Waf⸗ fen handelte, aber er hatte auch den Stolz eines Bür⸗ gers und wollte ſich nicht in zweideutige Dinge ein⸗ laſſen, die ihm den Tadel der engliſchen Claſſe ſeiner Mitbürger zuziehen konnten.
„Mit Euer Guaden gütiger Erlaubniß,“ entgegnete er,„ich bin nur ein armer Handwerker, aber wenn auch mein Arm und Schwert dem König und Euren Gnaden zu Dienſt ſtehen, ſo bin ich doch nicht, mit aller Ehrfurcht geſagt, der Knappe von Damen. Eure Gnaden werden unter Euren Hofleuten Ritter und Lords genug finden, die die Rolle des Sir Pandams von Troja*) gern ſpielen: dieſe Rolle iſt zu ritterlich für den armen Heinrich von Wynd.“
„Aha!“ ſagte der Prinz,„meine Börſe Edgar;— aber ich vergeſſe, daß ich ſie dem armen Mädchen ge⸗ geben habe. Ich kenne Euch gut genug, ihr Handwer⸗ ker, um zu wiſſen, daß man die Falken nicht mit leeren Händen fangt; aber ich hoffe, mein Wort wird für den Preis einer guten Rüſtung bürgen, und ich will dir ihn mit dem Dank für dieſen kleinen Dienſt auszahlen.“
„Eure Hoheit mag andere Handwerker kennen,“ er⸗ wiederte der Waffenſchmied,„aber, mit gnädiger Er⸗ laubniß, ſie kennt nicht Heinrich Gow. Er wird Euch immer gehorchen, wenn ihr ihm befehlt, Waffen zu ma⸗ chen oder auszubeſſern, aber er drängt ſich nicht zum Dienſt der Fürſten, wenn Unterröcke im Spiel ſind.“
„Höre, du Maulthier von Perth,“ ſagte der Prinz, indem er über das hartnäckige Ehrgefühl des Bürgers lachte,„das Mädchen geht mich nicht mehr an als dich, aber iu einem tollen Augenblick, wie du gehört haben
*) Sir Pandams von Troja war damals ein„Maͤhr⸗ chentraͤger und Kuppler.“ Shakeſpeare ließ ihn gleichfalls in Troilus und Creſſida dieſe Nolle ſpie⸗ leu. Anm. d. Her.


