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er mochte ſie haben oder nicht; und der Vorſchlag Louiſens wurde daher von allen angenommen. In dieſem Augenblick hielt ein alter Moͤnch, der ſich un⸗ ter den Zuhoͤrern befand, es fuͤr noͤthig, das Maͤd⸗ chen zu erinnern, daß, weil ſie in Mauern geduldet werde, wo wan nicht gewohnt ſey, Perſonen ihres Standes aufzunehmen, er hoffe, es werde nichts ge⸗ ſagt oder geſungen werden, was den heiligen Cha⸗ rakter des Orts beflecken wuͤrde.—
Die junge Saͤngerin beugte tief das Haupt, ſchuͤt⸗ telte ihre Locken und bekreuzte ſich andaͤchtig, als er⸗ kennte ſie die Unmoͤglichkeit einer ſolchen Suͤnde; dann begann ſie den oben vorgetragenen Geſang von der armen Louiſe. In dem Augenblick, da ſie anfing, ward ihre Stimme durch das Geſchrei uͤberwaͤltigt.
„Platz, Platz dem Herzog von Rothſay!“
„Stoͤrt niemand meinetwegen,“ ſagte ein junger und artiger Ritter, der auf einem arabiſchen Roß, das er anmuthig lenkte, hereinritt. Der Ritter hielt die Zuͤgel ſo leicht und ſeine Bewegungen waren, wenn er die Seiten ſeines Pferdes druͤckte, ſo wenig ſicht⸗ bar, daß das Thier aus freiem Willen weiter zu ge⸗ hen und einen Reiter zu tragen ſchien, der zu gleich⸗ guͤltig war, es zu lenken. Der Prinz war mit rei⸗
ſchen Kleidern bedeckt, aber die aͤußerſte Nachlaͤßigkeit herrſchte in ſeinem Putz. Obwohl von kleinem Wuchs und ſchmaͤchtigen Gliedern, war er doch von gefaͤlliger Geſtalt und ſchoͤnen Zuͤgen. Seine leidende Miene ſchien durch Sorgen oder Zerſtreuung oder vielleicht durch beides zuſammen hervorgebracht. Seine Augen waren von der Schlafloſigkeit und Schwelgerei der vorigen Nacht truͤb und eingefallen, waͤhrend ſeine Wangen flammendroth, entweder die Anſtrengung die⸗ ſer naͤchtlichen Orgien oder die Huͤlfe bezeugten, die der Prinz zu Zerſtoͤrung ihrer Wirkung bei geiſtigen Getraͤnken geſucht hatte.


