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Saͤckchen hing an einem blauſeidnen Band, das uͤber die Schultern lief, auf die linke Seite herab. Ihre braune Haut, ihre ſchneeweißen Zaͤhne, ihre glaͤnzen⸗ den ſchwarzen Haare, ihr Kopfputz ſagten, daß das ſuͤdliche Frankreich ihre Heimath war, und das ſchalk⸗ hafte Laͤcheln ihres Mundes nebſt dem Kinngruͤbchen deuteten daſſelbe an. Ihre ſchoͤnen, um eine kleine goldne Nadel gelockten Haare waren von einem gold⸗ durchwirkten Netz zuſammengehalten. Ein kurzes Roͤck⸗ chen mit einer Silberborte, das dem Jaͤckchen ent⸗ ſprach, rothe Struͤmpfe, die bis zur Mitte des Beins ſichtbar waren und Halbſtiefeln von ſpaniſchem Leder vollendeten ihren Putz, der zwar nicht neu doch feſt⸗ lich und durch große Sorgfalt erhalten war. Sie ſchien fuͤnf und zwanzig Jahre zu haben, aber viel⸗ leicht waren die Muͤhſeligkeiten eines umherſchweifen⸗ den Lebens in Zerſtoͤrung der erſten Jugendfriſche der Hand der Zeit zuvorgekommen. 14 1 Wir haben das Benehmen der jungen Saͤngerin als lebhaft beſchrieben, wir muͤſſen noch beifuͤgen, daß ihre Antworten ſchnell waren. Es war etwas gezwun⸗ genes in ihrer Froͤhlichkeit, weil dieſe eine der we⸗ ſentlichſten Eigenſchaften eines Standes war, der un⸗ ter ſeine Unannehmlichkeiten auch die zaͤhlte, daß er haͤufig noͤthigte, den Kummer des Herzens unter ei⸗ nem Laͤcheln zu verbergen. Man konnte errathen, daß dies Louiſens Fall war, die, war ſie nun wirklich die Heldin ihrer eignen Romanze, oder aus irgend einem andern Grund zur Traurigkeit oft wider ihren Willen eine Folge ſchwermuͤthiger Gedanken ausdruͤckte, welche die von Ausuͤbung der froͤhlichen Kunſt gefor⸗ derte Lebhaftigkeit des Geiſtes maͤßigten; auch fehlte ihr das kecke, freche Lachen der Frauen ihres Stan⸗ des, die nie in Verlegenheit waren, auf eine unſchick⸗ liche Geberde zu antworten, oder die Lacher gegen den zu gewinnen, der ſie unterbrach oder ſich uͤber ſie luſtig machte,


