Teil eines Werkes 
152. Bändchen = Neue Folge, 2. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 2. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
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90 zu durchbrechen herandrangen, ein Gefecht ſich ent⸗ ſpinnen wuͤrde.

„Ich will mich in den Hof begeben,“ fuhr der Graf

von March fort,„und dieſen ploͤtzlichen Streit ſchuell unterdruͤcken, indem ich Eure Majeſtaͤt unterthaͤnig bitte, uͤber das zu denken, was ich Euch vorzuſchla⸗ gen die Kuͤhnheit hatte.“ „Ich wills thun, ich wills thun, guter Vetter,“ war die Antwort des Koͤnigs, der kaum wußte, was er verſprach,„geht, ſtillt den Tumult und hindert Blutyergießen..

Wir muͤſſen nun die Vorfaͤlle mehr ins Einzelne erzaͤhlen, die ziemlich undeutlich vom Fenſter des kö⸗ niglichen Zimmers bemerkt und noch ungenauer von denen erzaͤhlt wurden, die Zeugen davon waren. Das Maͤdchen, von dem wir bereits geſprochen haben, hatte ſich an einen Ort geſtellt, wo zwei breite Stufen, die den Zugang zu der großen Treppe bildeten, ihr den Vortheil darboten, anderthalb Schuh hoͤher zu ſtehen, als die im Hofe, von denen ſie hoffte, daß ſie ihre Zuhoͤrer ſeyn wuͤrden. Sie trug die Tracht ihres Standes; die, mehr prachtvoll als reich, die Geſtalt mehr hervortreten ließ, als ſonſtige Frauenkleider je⸗ ner Zeit. Neben ihr lag ihr Mantel und ein Koͤrb⸗ chen, das ihre kleine Garderobe enthielt, ein kleiner Wachthund ſaß dabei und ſchien es zu bewachen. Ein azurblaues, ſilbergeſticktes Jaͤckchen, vorn geoͤffnet, zog die Taille der Saͤngerin zuſammen und ließ meh⸗ rere ſeidene Weſtchen von verſchiedener Farbe blicken, deren Zuſchnitt die Umriſſe der Schultern und der Bruſt bezeichnete. Eine kleine, ſilberne Kette um den Hals verlor ſich darunter und erſchien von neuem um eine Medaille von demſelben Metall zu zeigen, die den Hof oder die Saͤngergeſellſchaft ankuͤndigte, wo das Maͤdchen ihre Grade in der froͤhlichen

oder luſtigen Kunſt erhalten hatte. Ein kleines