78 ſay die Maßregeln zu nehmen, die Ihr als ſeinem Beſten und dem Wohle des Reichs zutraͤglich erachten werdet.“
„Das iſt grauſam, mein Bruder; Ihr zeigt mir den beſchwerlichen Weg, den ich einſchlagen ſoll, und wollt mir, waͤhrend ich ihn durchlaufe, Euern ſtuͤtzen⸗ den Arm nicht reichen.«
„Er ſteht Euch zu Befehl, aber ich muß der Letzte ſeyn, der Euer Majeſtaͤt zu ſtrengen Maßregeln gegen Euern Sohn und Erben raͤth, ich, auf den im Falle, daß Eure Familie erloͤſcht,— was Gott verhuͤten wolle— dieſe unſelige Krone uͤbergeht. Wuͤrden nicht der gewaltthaͤtige March und der ſtolze Douglas ſagen und denken, Albany habe den Saamen der Zwietracht geſtreut zwiſchen ſeinen Bruder, dem Koͤnig und dem Erben des ſchottiſchen Thrones, um ſeinem eigenen Hauſe den Weg zu dieſem zu bahnen? Nein, Sire! ich kann mein Leben Euerm Dienſte opfern, aber meine Ehre muß unbefleckt erhalten werden.«
»Ihr habt recht, Robert, Ihr habt ganz recht,« er⸗ wiederte der Koͤnig, der ſich beeilte, die Worte ſeines Bruders nach ſeinen Wuͤnſchen auszulegen;„wir duͤr⸗ fen dieſe maͤchtigen, gefaͤhrlichen Lords nicht gewahr werden laſſen, daß im Innern des koͤniglichen Hauſes Uneinigkeit herrſche. Das muß vor allem verhuͤtet werden, und deßwegen wollen wir noch einmal Nach⸗ ſicht verſuchen, in der Hoffnung, Rothſay von ſeinen Verirrungen zuruͤckzubringen. Ich bemerke manchmal an ihm Funken von Verſtand, die ihn liebenswerth machen; er iſt jung, ſehr jung, er iſt Prinz, und das wilde Feuer der Jugend lodert bei ihm noch in ſeiner vollen Staͤrke. Wir wollen Geduld mit ihm haben, wie ein guter Reiter mit einem unlenkſamen Roſſe. Laßt dieſen leichten Sinn austoben, und Niemand wird dann mit ihm mehr zufrieden ſeyn als Ihr. Ihr habt mir ſchon manchmal den Vorwurf gemacht, ich


