Teil eines Werkes 
152. Bändchen = Neue Folge, 2. Bändchen, Das schöne Mädchen von Perth : 2. Theil (1830) The fair maid of Perth
Entstehung
Einzelbild herunterladen

79 ſey zu zuruͤckgezogen, zu ſtill: Rothſay hat keinen die⸗ ſer Fehler. 3

„Ich wollte mein Leben wetten, er hat keinen der⸗ ſelben,« erwiederte trocken der Herzog.

„Er beſitzt eben ſo viel Verſtand, als Lebhaftigkeit,« fuhr der arme Koͤnig fort, ſeinen Sohn gegen ſeinen Bruder vertheidigend,„ich habe nach ihm geſendet, daß er heute im Rathe erſcheint, wir wollen ſehen, wie er ſich ſeines Amtes entledigt. Ihr werdet ſelbſt geſtehen, Robert, daß es dem Prinzen nicht an Fein⸗ heit und Gewandtheit in den Geſchäͤften fehlt, wenn er aufgelegt iſt, ſie ernſthaft zu behandeln.“«⸗

„Allerdings, Sire, wenn er dazu aufgelegt i ſt.

„Das ſage ich eben, und mein Herz iſt erfreut, daß Ihr mit mir uͤber den Plan einverſtanden ſeyd, Ro⸗ bert, bei dem armen jungen Menſchen noch einmal die Nachſicht zu verſuchen. Er hat keine Mutter mehr, die ſeine Sache beim erzuͤrnten Vater fuͤhren koͤnnte; das darf man nicht vergeſſen, Albany.

„Ich wuͤnſche, daß die Mittel, die den vaͤterlichen Gefuͤhlen Eurer Majeſtaͤt am meiſten zuſagen moͤchten, auch die weiſeſten und beſten ſeyen.⸗

Der Herzog hatte die unſchuldige Liſt bemerkt, durch welche der Koͤnig die Folgerungen aus ſeinen Schluͤſſen umgehen wollte, und ſeinen Wunſch, unter dem Vor⸗ wande, die Zuſtimmung ſeines Bruders erhalten zu haben, eine Verfahrungsweiſe gegen ſeinen Sohn zu beobachten, die der ſo eben von ihm empfohlenen ge⸗ radezu entgegengeſetzt war. Allein, wenn er ſchon ſah, daß er ihn nicht bewegen konnte, den angedeu⸗ teten Weg einzuſchlagen, ſo wollte er doch nicht alle Hoffnung aufgeben, entſchloſſen, eine beſſere Gelegen⸗ heit abzuwarten, die ihm die Zwiſtigkeiten zwiſchen dem Koͤnig und dem Prinzen bald entgegen fuͤhren ſollten.

Indeſſen rief der Koͤnig Robert, aus Furcht, ſein