77 rer Felſen, auf dem Blumen und Pflanzen niemals Wurzel ſchlagen koͤnnen. Die ſuͤßeſten Gefuͤhle und die aͤrtlichſten Triebe ſind einem Monarchen verſchloſſen: bin Koͤnig darf ſeinen Bruder nicht an ſein Herz druͤ⸗ cken, darf gegen ſeinen Sohn keine Liebe blicken laſſen.
„Von einer gewiſſen Seite betrachtet, Sire, iſt dieß wirklich das Loos der Groͤße, aber der Himmel, der die Glieder der Familie Eurer Majeſtaͤt in einige Ent⸗ fernung von Eurer Sphaͤre geſtellt hat, hat Euch ein ganzes Volk zu Kindern gegeben.“
„Ach, Robert, Euer Herz haͤtte beſſer als das mei⸗ nige die Pflichten des koͤniglichen Amtes erfuͤllt. Von der Hoͤhe herab, auf die das Schickſal mich geſtellt hat, erblicke ich die Menge, die Ihr meine Kinder nennt: ich liebe ſie, ich wuͤnſche ſie gluͤcklich zu ſehen, aber ihrer ſind ſo viele und ſie ſtehen mir zu entfernt. Ach! der Aermſte unter ihnen hat ein theures Weſen, das er an ſeine Bruſt druͤcken, an das er die ganze Zaͤrtlichkeit eines Vaters verſchwenden kann. Alles, was ein Koͤnig ſeinem Volke zu geben vermag, iſt ein Laͤcheln— ein Laͤcheln, aͤhnlich den nutzloſen Strahlen, die die Sonne von ferne auf den eiſigen Gipfel der grampiſchen Gebirge wirft. Robert! unſer Vater liebte uns, ſeine Vorwuͤrfe wurden durch Zaͤrtlichkeit gemil⸗ dert und doch war er ein Monarch, wie ich. Warum ſollte mirs nicht erlaubt ſeyn, wie ihm, meinen ar⸗ men verlorenen Sohn durch Zaͤrtlichkeit zu beſſern, ſo gut als durch Strenge.“
„Aber wurde das nicht ſchon verſucht, Sire?« ent⸗ gegnete der Herzog von Albany, von dieſer Wahrheit ſchmerzlich ergriffen;„gelinde Mittel mußten noth⸗ wendig zuerſt angewandt werden. Euer Majeſtaͤt koͤn⸗ nen am beſten entſcheiden, ob man nicht ſchon lange genug von dieſen Mitteln Gebrauch gemacht hat und ob Strenge nicht wirkſamer waͤre. Es ſteht einzig in Eunrer koͤniglichen Gewalt, gegen den Herzog von Roth⸗
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