121
„Wenn das der Fall iſt, will ich Euch nicht weiter bemuͤhen; Dorothee kann mir helfen. Doch das wird gar nicht noͤthig ſeyn, die Augen und Finger meines Vaters truͤgen ihn niemals, und alle ſeine Arbeiten entſprechen immer genau dem genommenen Maaße.“
„Erlaubt mir, mich dgvon zu uͤberzeugen; ich will ſehen, ob dieſe niedlichen Handſchuhe den Haͤnden, fuͤr die ſie gemacht ſind, wirklich gut paſſen.“
„Ein andermal, mein guter Heinrich, will ich dieſe Handſchuhe tragen, zu Ehren St. Valentin's und des Gefaͤhrten, den er mir fuͤr dieſes Jahr geſendet. Koͤnnte ich doch meinen Vater uͤber einen wichtigeren Punkt ebenſo zufrieden ſtellen! Gegenwaͤrtig wuͤrde der Ledergeruch nur das Kopfweh ſtaͤrker machen, das ich ſeit dieſem Morgen habe.“
„Kopfweh, theure Katharina!“.
„Nennt es ein Leiden, das vom Herzen kommt, und Ihr merdet nicht ſehr irren,“ ſagte Katharina mit einem Seufzer, und fuhr dann in ernſterem Tone fort:„Vielleicht werde ich jetzt die Kuͤhnheit an den Tag legen, die Ihr dieſen Morgen bei mir voraus⸗ ſetzen konntet, denn ich mache den Anfang, von einer Sache mit Euch zu ſprechen, uͤber die ich zuerſt Euch vernehmen und dann erſt antworten ſollte. Doch nach dem, was dieſen Morgen vorgefallen iſt, kann ich mich nicht enthalten, mich zu erklaͤren, wie ich gegen Euch geſinnt bin, ohne Gefahr zu laufen, daß Ihr mich mißverſtehen koͤnntet. Nein, antwortet mir nicht, ehe Ihr mich gehoͤrt habt. Ihr ſeyd wacker, Heinrich, und ſeyd es mehr, als die meiſten Maͤn⸗ ner; Ihr ſeyd offen und treul man kann ſich auf Euch volaſſene wie auf den Stahl, den Ihr bearbeitet; Ihr....
Haltet ein, Katharina, haltet ein, ich bitte Euch! So viel Gutes habt Ihr immer nur deßwegen von


