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Geſchrei auf der Straße mit Schrecken vernommen und kaum zu athmen gewagt. Sie hatte ſich auf die Knie geworfen, um den Schutz des Himmels zu erflehen, und als ſie die Stimmen der zu ihrer Beſchirmung herbei⸗ geeilten Nachbarn und Freunde erkannte, blieb ſie in derſelben Stellung, um der Vorſehung zu danken. Noch lag ſie auf den Knieen, als ihr Vater ihren Beſchützer in das Zimmer drängte, denn Heinrich Smith war an der Thüre ſtehen geblieben, theils aus Schüchtern⸗ heit und Furcht, ſeine Geliebte zu beleidigen, theils, weil er ſie in ihrer Andacht nicht ſtören wollte.
„»Vater Simon,“ ſaͤgte der Waffenſchmied,„ſie betet; ich wagte es ebenſöwenig ſie anzureden, als einen Bi⸗ ſchoff, wenn er die Meſſe liest.“
»Thu', was Du willſt, tapferer, muthiger, aber einfältiger Burſche,“ entgegnete ihm Glover, und fuhr, ſich zu Catharinen wendend, fort:„die beſte Art, dem Himmel zu danken, mein. Kind, iſt die, daß wir uns gegen unſersgleichen erkenntlich zeigen. Du ſiehſt hier
as Werkzeug, durch welches⸗Gott Dich vom Tode er⸗ rettet hat, oder von Schande, die noch ſchlimmer iſt, als der Tod. Empfange ihn, Catharina, als deinen treuen Valentin, als den, den ich ihn Wahrheit mei⸗ nen Sohn zu nennen wünſche.“.
„Nicht alſo, mein Vater,“ antwortete Catharina; in dieſem Augenblicke kann ich Niemand ſehen, mik Niemand ſprechen. Ich bin nicht undankbar, ſondern vielleicht nur allzu erkenntlich gegen unſern Beſchützer, aber laßt mich dem Schutzengel danken, der mir die⸗ ſen Retter in der Noth geſendet, und laßt mir einen Augenblick Zeit, um mich vollends anzuziehen.“
„Wahrlich, Kate, es wäre hart, dir die Bitte zu verſagen, daß man dir Zeit laſſe, dich anzukleiden, denn ſeit zehn Tagen iſt dieß das erſtemal, daß ich dich ſpre⸗ chen höre, wie ein Mädchen.— In Wahrheit, Hein⸗ rich, ich wünſchte, meine Tochter möchte, um eine


