Teil eines Werkes 
114. Band, Der Pirat : 5. Theil (1828) The pirate
Entstehung
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mit der er ſich der Vertheidigung ſeiner Toͤchter unter⸗ zogen habe. Norna, welche damals von ihrer zeitigen Geiſtesverwirrung wieder zu ſich ſelbſt gekommen war, be⸗ fand ſich als Gaſt in der Familie, und Minng, deren Auf⸗ merkſamkeiten fuͤr dieſes ungluͤckliche Opfer geiſtiger Taͤu⸗ ſchung unermuͤdet waren, ſaß neben ihr, auf jedes Keuu⸗ zeichen der zurückkehrenden Vernunft lauſchend, als der erwaͤhnte Brief ihr eingehaͤndigt wurde.

Minna, lautete er:theuerſte Minna! Lebe wohl, und auf immer. Glaube mir, ich meinte es nie ſchlecht mit Dir, nie. Von dem Augenblicke, wo ich Dich kennen lerute, faßte ich den Entſchluß, mich von meinen verhaßten Gefaͤhrten loszureißen, und entwarf tauſend Plaͤne, welche alle ſo in den Wind zerſtoben ſind, als ſie es verdienten. Denn warum, oder wie ſollte das Schickſal eines ſo lieblichen, reinen und unſchuldigen Weſens, mit dem eines ſo ſchuldbedeckten verkettet werden? Ich will nicht mehr von dieſen Traͤumen reden. Die ſtarre Wirklichkeit mei⸗ ner Lage iſt bei weit im milder, als ich ſie erwartete, oder verdiente, und das wenige Gute, das ich that, hat, in den Augen ehrliebender und barmherziger Richter, das viele Boͤſe und Verbrecheriſche aufgewogen. Ich bin nicht allein dem ſchimpflichen Tode entgangen zu dem mehrere meiner Genoſſen verurtheilt worden ſind, ſordern Capitaͤn Weather⸗ port, der abermals im Begriff iſt, nach dem ſpaniſchen Meere abzugehen, da ein unmittelbarer Krieg mit jenem Lande droht, hat großmüthig um die Erlaubniß angehal⸗ ten, mich, und zwei oder drei meiner weniger ſchuldigen Gefaͤhrten, in demſelben Dienſte anzuſtellen, und ſie erhal⸗ ten eine Maßregel, welche ihm ſeine eigene großmuͤ⸗