Teil eines Werkes 
114. Band, Der Pirat : 5. Theil (1828) The pirate
Entstehung
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Sie ſtand neben der liegenden Steinplatte, und ſah Cleveland auf ſich zukommen, mit furchtſamem Schritte und niedergeſchlagenem Blicke, der ſich eben ſo ſehr von ſeinem gewöhnlichen Charakter und Aeußeren unterſchied, als Minnas hoher Blick, ſtolze Haltung und ruhige, betrachten⸗ de Stellung, von der des liebeſiechen, abgehärmten Mädchens, das, als ſie das Haus von Stennis verließen, der Arm ih⸗ rer Schweſter nur mit Muͤhe zu ſtützen vermocht hatte. Wenn die Meinung Derer gegruͤndet iſt, welche dieſe ſon⸗ derbaren Denkmale ausſchließlich den Druiden gewidmet wiſſen wollen, ſo hätte man Minna für die Haxa, oder Oberprieſterin des Ordens anſehen können, deren Weihe ein Kaͤmpe des Stammes ſo eben zu empfangen ſich nahte. Oder wenn wir dieſe Kreiſe für gothiſchen und ſcandinavi⸗ ſchen Urſprungs halten, ſo hätte ſie als eine herabgeſtiege⸗ ne Geſtalt der Freya, der Gemahlin des Donnergottes, er⸗ ſcheinen koͤnnen, vor der ſich ein kühner Seeroͤnig oder Kaͤmpe mit einer ehrfurchtsvollen Scheu beugte, welche kein bloß irdiſcher Schrecken ihm eingefloͤßt haben konnte. Bren⸗ da, von unausſprechlicher Furcht und Beſorgniß überwaͤl⸗ tigt, blieb einen oder zwei Schritte zuruͤck, beobachtete jede Bewegung Clevelands, und war fuͤr alles Uebrige, ihn und ihre Schweſter ausgenommen, verloren.

Cleveland naͤherte ſich Minna bis auf einige Schritte, und bog dann ſein Haupt zum Boden. Es herrſchte eine Todtenſtille, bis Minna mit feſtem, aber klagendem Tone

ſprach:„Unglücklicher Mann, warum willſt Du unſere Lei⸗

den noch vermehren? Scheide in Frieden, und moͤge der Himmel Dir eine beſſere Bahn eroͤffnen, als die iſt, auf welcher Du bisher gewandelt haſt.“

Der Himmel wird mich nicht anhoͤren, ſagte Cleveland:

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