119 regt haben. In dieſem Augenblick aber giengen fuͤr Beide die Eindruͤcke verloren, welche dieſes wunderbare Denkmal des Alterthums auf die Gefuͤhle aller derer hervorbringen
muß, die es betrachten; denn ſie ſahen auf dem untern See, unterhalb der ſogenannten Bruͤcke von Broisgar, ein
wohlhemanntes und bewaffnetes Boot, welches Einen von ſeiner Bemannung gelandet hatte, der, allein, und in ei⸗ nen Schiffsmantel gehuͤllt, ſich dem Kreiſe der Denkmale naͤherte, auf den ſie ſelbſt von der andern Seite zugien⸗ gen.
„Es ſind ihrer Mehrere, und ſie ſind bewaffnet,“ flü⸗ ſterte die erſchrecte Brenda ihrer Schweſter zu.
„Dieß geſchieht der Vorſicht wegen,“ antwortete Min⸗ na:„die, leider! ihre Lage ſo noͤthig macht. Fuͤrchte kei⸗ nen Verrath von Ihm— dieſer wenigſtens gehoͤrt nicht zu ſeinen, Laſtern.“ 3
Wäaͤhrend ſie dieß ſprach, oder kurz darauf, erreichten ſie die Mitte des Kreiſes, in welchem zwiſchen den hohen⸗ aufrecht ſtehenden Saͤulen von Stein, ein flacher liegt, von kurzen ſteinernen Pfeilern getragen, von denen man noch einige Ueberbleibſel bemerkt, die vielleicht einſt zu einem Altar dienten.
„Hier,“ ſagte ſie:„brachten(wenn wir den Legenden glauben duͤrſen, ein Glaube, der mir nur zu theuer zu ſtehen gekommen iſt,) unſere Vorfahren den heidniſchen Gottheiten ihre Opfer dar— hier will auch ich, von gan⸗ zer Seele, den leeren Traͤumen, welche meine jugendliche Einbildungskraft irregeleitet haben, entſagen, ſte beſchwo⸗ ren, und ſie einem beſſeren und barmherzigeren Gott, als der iſt, den Jene kannten, zum Opfer darbringen.“
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