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furcht, aber ohne das geringſte Erſtaunen zu bezeigen, ſei⸗ nen großen Hut von ſeinem dünnbehaarten Kopfe und ſtand nun unbedeckt, mit der Miene tiefer Demuth, vor Norna.
„Sey mir treu,“ ſagte Norna zu dem alten Manne: „und zeige keinem Sterblichen den geheimen Weg zu dem heiligen Orte.“
Der alte Mann beugte ſich, zum Zeichen des Gehor⸗ ſams und des Dankes; denn ſie drückte, waͤhrend ſie ſprach, ihm Geld in die Hand. Mit ſtockender Stimme gab er ſeinen Wunſch zu erkennen, daß ſie ſeines Sohnes gedenken möge, der auf der Reiſe nach Groͤnland begriffen ſey, damit er glücklich und wohlbehalten zuruͤckkehre, wie es im letzten Jahre der Fall geweſen, wo er den Kranz zurückgebracht. Bei dieſen Worten deutete er auf den an der Wand han⸗ genden.
„Mein Keſſel ſoll ſieden und mein Reim ſoll für ihn geſprochen werden,“ antwortete Norna.„Iſt Pacolet mit den Pferden draußen?“
Der alte Kuͤſter bejahete es, und die Seherin ging, nachdem ſie Cleveland befohlen, ihr zu folgen, durch eine Hinterthür des Zimmers in einen kleinen Garten, deſſen verödetes Anſehen zu dem der eben beſchriebenen Wohnung ſehr wohl paßte. Die niedrige, hie und da eingeſturzte Mauer geſtattete ihnen einen Zugang in einen zweiten und groͤßern Garten, welcher indeß nicht beſſer gehalten war, und eine blos eingeklinkte Thür führte in eine lange, krumme Gaſſe, durch welche ſie— nachdem Norna ihren Gefaͤhrten zugefluͤſtert, daß dieß die einzige gefährliche Stel⸗ le auf ihrem Wege ſey— mit ſchnellen Schritten gingen. Es war jetzt beinahe finſter geworden, und die Bewohner der ärmlichen Wohnungen zu beiden Seiten hatten ſich be⸗


