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Es fand ſich auch in der That ein Käſtchen mit Fla⸗ ſchen, wie man ſie gewoͤhnlich hat, um abgezogene Waſſer darin aufzubewahren; aber der Staub und die Spinnwe⸗ ben, womit ſie bedeckt waren, zeigten an, daß man ſie ſeit Jahren nicht von ihrer Stelle geruͤckt hatte. Swertha zog⸗ mit einiger Mühe und mit Hülfe einer Gabel— denn Korkzieher gab es in Jarlshof nicht— den Kork aus ei⸗ ner der Flaſchen, und nachdem ſie ſich durch den Geruch, und, um nicht fehl zu gehen, durch einen mäßigen Schluck, überzeugt, daß ſie geſundes Barbadons⸗Waſſer enthielte, ſo trug ſie ſie ins Zimmer, wo ihr Gebieter noch immer mit einer Ohnmacht kämpfte. Sie goß nun ein klein we⸗ nig in das nächſte Glas, das ſie finden konnte, in der weiſen Ueberlegung, daß, bei jemanden, der ſo wenig an geiſtige Getränke gewöhnt ſey, auch nur wenig ſchon eine große Wirkung hervorbringen werde. Allein der Patient winkte ihr ungeduldig zu, den Becher, der ungefähr das Drittheil einer engliſchen Pinte halten mochte, bis an den Nand zu füllen, und ſtürzte es, ohne abzuſetzen hinun⸗ ter.
„Nun mögen uns die Heiligen droben beſchützen!“ ſagte Swertha:„jetzt wird er, der ſchon toll iſt, auch noch betrunken werden, und wer wird ihn dann regieren können?“
Allein Mertoun kam wieder zu Athem und ſeine Farbe kehrte zurück, ohne das geringſte Anzeichen, daß er trunken worden wäre; im Gegentheil, erzählte Swertha nachher, daß, ob ſie gleich immer feſt an die


