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entſchloß, die Zweifel, welche ihr Gemuͤth beunruhigten, ihm mitzutheilen. Mordaunt's Heiterkeit und angenehmes Aeußere mußten in der That keinen geringen Eindruck auf das verwelkte, ſelbſtiſche Herz der alten Frau gemacht ha⸗ ben, um ſie dahin zu vermögen den ſo verzweifelten Entſchluß zu faſſen, von deſſen Ausführung ihr Freund, der Ranzel⸗ mann, ſie vergebens abzuhalten ſtrebte. Da ſie indeß über⸗ legte, daß das Mißglücken ihres Plans, wie der Verluſt von Drinculo's Flaſche im Pferdepfuhl, nicht allein ihr ſehr zur Schande gereichen, ſondern auch unendlichen Verluſt nach ſich ziehen dürfte, ſo beſchloß ſie, bei dieſer gewagten Unternehmung mit ſo großer Behutſamkeit zu Werke zu ge⸗ hen, als es nur mit der Abſicht des Verſuches vereinbar war. Wir haben ſchon bemerkt, daß es in der Natur dieſes zuruͤckhaltenden, ungeſelligen Weſens wenigſtens ſeit ſeinem Aufenthalt in der gänzlichen Abgeſchiedenheit von Jarlshof, zu liegen ſchien, niemanden eine Unterhaltung anfangen, oder ſich von ihm irgend eine Frage thun zu laſſen, welche nicht in der dringendſten Nothwendigkeit begruͤndet war. Swertha wußte daher ſehr wohl, daß um das Geſpräch, das ſie mit ihrem Herrn anzuknüpſen gedachte, eröffnen zu kön⸗ nen, ſie es ſo anfangen müßte, daß es von ihm ausginge.
Um dieß zu bewirken, legte ſie, waͤhrend ſie mit den Zubereitungen zu Mertoun's einfachem und einſamem Mit⸗ tagseſſen ſich beſchäftigte, förmlich zwei Gedecke, ſtatt eines, hin, und machte alle ihre übrigen kleinen Anſtalten, als ob er einen Gaſt oder Diſchgenoſſen haben ſollte.


