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49 gehoͤrt, ſo erſchuͤttert worden, daß, als ſie aus ihrer Ohn macht wieder zu ſich kam, ſie, trotz ihrer eigenen Anſtren⸗ gungen ſich zu faſſen, einen ziemlich anhaltenden hyſteri⸗ ſchen Anfall bekam. Auch dieſer wich indeß der Erfahrung der alten Euphanie Fea, welche mit den einfachen, auf Shetland gewoͤhnlichen Heilmitteln ſehr wohl bekannt war, und die, nachdem ſie ihr einen niederſchlagenden, aus Kraͤu⸗ tern und wilden Blumen bereiteten Trank gereicht, endlich die Kranke in Schlummer fallen ſah. Minna legte ſich zu ihrer Seite nieder, kuͤßte ihre Wange, und ſuchte in den Armen des Schlafes Ruhe; allein je ſehnlicher ſie ihn her⸗ betrief, deſto mehr ſchien er ihre Augen zu fllehen, und weun ſie zu Zeiten im Begriff war, einzuſchlummern, ſo zoͤnte die Stimme der unfreiwilligen Vatermoͤrderin in ihre Ohren, und erweckte ſie zu wahrem Bewußtſeyn.
Die fruͤhe Morgenſtunde, zu der ſie autfzuſtehen ge⸗ wohnt waren, fand die Schweſtern in einem Zuſtande, wel⸗ cher von dem ganz verſchieden war, den man haͤtte erwar⸗ en ſollen. Ein ſanfter Schlaf hatte das Feuer von Bren⸗ das hellem Auge und die Roſen auf iyrer blüühen den Wange wieder hervorgerufen, und die vorübergehende Unpaͤßlichkeit der vorigen Nacht in ihrem Blicke eben ſo wenig Verſtoͤ⸗ rung zurüͤckgelaſſen, als die Schrecken von Norna's Erzaͤh⸗ lung in ihrer Einbildungskraft. Minna's Blicke waren dagegen truͤb: ſie ſelbſt ſchien niedergeſchlagen, und von Wachen und Angſt erſchoͤpft. Die Schweſtern ſprachen An; fangs wenig mit einander, als ob ſie ſich fuͤrchteten, einen Gegenſtand zu beruͤhren, der eben ſo erſchuͤtternd ſey, als der Auftritt der vergangenen Nacht. Erſt nachdem ſie, wie gewoͤhnlih, gemeinſchaftlich ihre Andacht verrichtet, waed Brenda, waͤhrend ſie ihrer Schweſter Mieder ſonurte,
W. Scott's Werte, Cxll. 4


