Teil eines Werkes 
112. Band, Der Pirat : 3. Theil (1828) The pirate
Entstehung
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toͤdtet! Alles, was nun noch folgt, iſt Nebel und Dunkel⸗ heit— ein erſtickender, erdruͤckender, toͤdtender Nebel umhuͤllt alles, was ich ſagte und that, bis ich mich uͤber⸗ zeugte, daß mein Schickſal unwiderruflich beſchloſſen ſey, wo ich als das rubige und furchtbare Weſen hervortrat, das Ihr jetzt in mir ſeht— die Königin der Elemente, — die Theilnehmerin an der Macht jener Weſen, denen der Menſch und ſeine Leidenſchaften ein ſo grauſames Ver⸗ gnuͤgen gewaͤhren, als die Qualen des Dornhay's dem Fi⸗ ſcher, wenn er ihm die Augen mit Dornen ausſticht, und ihn dann in ſein heimathliches Element zuruͤckwirft, die Wogen in Blindheit und Todeskampf zu durcheilen. Nein, Maͤdchen, die, welche Ihr vor Euch ſeht, nimmt an den Thorheiten nicht mehr Theil, denen Eure Gemuͤther noch zum Spiele dienen. Ich habe das Opfer gebracht— ich bin es, die den Geber der Gabe des Lebens beraubte, die er mir gegeben— der dunkle Spruch gieng durch meine That in Erfuͤllung— und ich bin ausgeſchloſſen von der Menſchheit, um ein ausgezeichnet mächtiges, aber auch aus⸗ gezeichnet elendes Weſen zu ſeyn.“

Bei dieſen Worten flammte die Lampe, welche lange geflackert hatte, auf einmal hell empor, und ſchien dann im Begriff, zu erloͤſchen. Norna hielt auf einmal inne, und ſagte haſtig:„Nun nichts weiter— er kommt, er kommt — genug nun, daß Ihr mich kennt, und wißt, welches Recht ich habe, Euch zu rathen und zu gebieten.— So naͤhere Dich jetzt,— ſtolzer Geiſt, wenn Du willſt!“

Mit dieſen Worten loͤſchte ſie die Lampe aus, und ſchritt aus dem Zimmer, mit den gewoͤhnlichen erhabenen Schritten, die Minna noch lange nachhallen borte.