131 ihm; begnüge Dich, ihn zu beobachten, und ſuche, wo moͤg⸗ lich, herauszubringen, wer er iſt, und was er fuͤr Abſichten in Ruͤckſicht auf uns hat. Er hat oft davon geſyrochen, nach Orkney zu gehen, um nach dem Schiffe ſich zu erk n2 digen, mit dem er in See gegangen iſt; allein ein 3 ig. nach dem andern, eine Woche nach der andern, vergehte, und er macht noch keine Anſtalten zur Abreiſe; waͤhrenb er fo⸗ meinem Vater bei der Flaſche Geſellſchaft leiſter und Minng romanhafte Geſchichten von fremden Voͤlkern, von Kriegen in wilden und unbekannten Laͤndern, erzaͤhlt, ver⸗ fliezt die Zeit unvermerkt, und der Fremde, von dem wir nichts weiter wiſſen, als daß er ein ſolcher iſt, wird nach und nach ein immer vertrauteres und unzertrennlicheres Mitglied unſeres Kreiſes. Und nun leb' wohl; Norna⸗ hofft, meinen Vater mit Dir auszuſoͤhnen, und laͤßt Dich bitten, Burgh⸗Weſtra morgen noch nicht zu verlaſſen, ſo kalt gauch mein Vater und meine Schweſter gegen Dich ſeyn moͤgen. Aug ich,“ ſagte ſie:„muß die Larve kalter Freundſchaft gegen den unwillkommenen Gaſt tragen, im Herzen ſind wir aber immer noch Brenda und Mordaunt. Und nun entferne Dich ſchnell: man muß uns nicht bei⸗ einander ſehen.“ 3 1
Sie relchte ihm mit dieſen Worten ihre Hand, zog ſie aber in einiger Verwirrung laͤchelnd und erroͤthend zu⸗ ruͤck, als er ſie, einem natuͤrlichen Antriebe folgend, an ſeine Lippen drucken wollte. Einen Augenblick verſuchte er, ſie zuruͤck zu halten, denn die Zuſammenkunft harte einen Zauber fuͤr thn, den er, ſo oft er fruͤher mit Brenda⸗ allein geweſen, nicht empfunden hatte. Sie riß ſich iudeß⸗ von ihm ſos, win hm noch ein Lebewohl zu, zeigte auf ainen Meg, der nach einer andern Richtung hinfuͤhrte, als
— 4&


