27 zeugt gefuͤhlt haͤtte, als es wirklich der Fall war, daß eine Unſinnige, nicht eine mit uͤbernatuͤrlicher Gewalt begabte Frau, vor ihm ſtaͤnde.
Ich hoͤrte Euch ſingen, antwortete er: und ſah den Sturm ſich legen.
„Sich legen?“ rief Norna aus, indem ſie ungeduldig mit ihrem Stabe von ſchwarzem Eichenholz auf den Bo⸗ den ſtampfte:„Du ſagſt nur die Haͤlfte der Wahrheit, er ſchwieg auf einmal— ſchwieg in kuͤrzerer Zeit, als das Kind, das von der Waͤrterinn beſchwichtigt wird. Genng, Du kennſt meine Macht, aber Du weißt nicht, und kein Sterblicher weiß es und ſoll es je erfahren, welchen Preis es mir koſtete, dies zu bewirken. Nein, Mordaunt, nicht fuͤr die weite Herrſchaft, die die alten Norweger beſaßen, als ihre Banner noch von Bergen bis Palaͤſtiua wehten⸗ nicht fuͤr alles das, was die ganze Erde beſitzt, vertauſche Deinen Seelenfrieden, fuͤr eine ſolche Größe als die iſt, die Norna beſitzt.“ Bei dieſen Worten ſetzte ſie ſich nie⸗ der auf den Felſen, zog den Mantel uͤber das Geſicht⸗ ſtuͤtzte ihren Kopf auf ihre Hand und ſchien⸗ nach den krampf⸗ haften Bewegungen ihrer Bruſt, bitterlich zu weinen.
„Gute Norna,“ ſagte Mordaunt, und hielt inne, da er nicht wußte, was er zum Troſt des ungluͤcklichen Wei⸗ bes vorbringen ſollte:„gute Norna,“ fing er wieder an⸗ „ſollte irgend etwas auf Euerem Gemuͤthe laſten, das es beunruhigt,— waͤre es nicht beſſer, wenn Ihr zu dem gu⸗ ten Pfarrer von Dunrossness ginget? Die Leute ſagen⸗ Ihr waͤret ſeit vielen Jahren nicht in einer chriſtlichen Gemeine geweſen— das iſt nicht gut und nicht recht. Ihr ſeyd ſelbſt wegen Euerer Erfahrenheit in Heilung koͤr⸗


