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„Laß uns einen Augenblick allein, gute Margarelhn Bimbiſter,“ ſagte Mordaunt:„ich habe mit dem Herrn et⸗ was zu reden.“
Herrnl ſagte Margaretha mit beſonderer Betonung: nicht, daß der Mann nicht gut genug ausſehe— fuͤgte ſie hinzu, indem ſie ihn abermals von oben bis unten anſah— aber ich glaube nicht, daß viel von einem Herrn an ihm iſt⸗
Mordaunt ſah den Fremden an, und dachte anders. Er hatte mehr, als mittlere Größe, und war gut, kräftig gebaut. Mordaunt hatte nicht viel Weltkenntniß, aber er glaubte, in ſeinem neuen Bekannten, bei einem kecken, ſonnverbrannten, ſchönen Geſicht, welches manchen Himmelsſtrich geſehen zu haben ſchien, das freie und offene Weſen eines Seemannes zu enedecken. Er antwortete ganz munter auf die Fragen Mordaunts nach ſeinem Befinden, und verſicherte, daß eine Nacdt Ruhe ihn gänzlich von den Folgen des erlittenen Miß⸗ geſchicks herſtellen würde. Mit Erbitterung ſprach er dags⸗ gen von der Habſucht und der Neugierde des Ranzelmannes und ſeiner Ehehälfte.
„Dieſes geſchwätzige alte Weib,“ ſagte der Fremde: „hat mich den ganzen Tag über mit ihren Fragen nach dem Namen des Schiffes verfolgt. Ich dächte, ſie könnte mit dem Antheile zufrieden ſeyn, den ſie daran erhalten hat. Ich war der Haupteigenthümer des Schiffes, das dort unterging, und es iſt mir nichts übrig geblieben, als meine Kleider. Giebt es denn keine obrigkeitliche Perſon, keinen Friedensrich⸗ ter in dieſem wilden Lande, der jemanden zu Hülfe kommt⸗ wenn er in ſolcher Noth iſt?“
Mordaunt erwshnte Magnus Troil, den vornehmſhen Grundbeſitzer, ſo wie den Fand sder Bezirksrichter, als die⸗ jenigen, von denen er am erſten Hülfe erhalten thn., 100
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