Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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Ihr ſeyd in groͤßerer Gefahr bey dem Richter, als er, und waͤre Eure Sache ſo gerade, wie ein Pfeil, er faände Mit⸗ tel, ſie krumm zu machen. Und nun laßt ſeinen Kragen los, ſag ich Euch.

Er unterſtuͤtzte dieſe Worte mit einer ſo raſchen und unerwarteten Anſtrengung, daß er Raſhleigh los machte, und mich trotz meines Straͤubens mit ſeiner Herkules⸗ Fauſt feſt hielt: nehmt Reißaus, Herr Raſyleigh. Zeigt, daß zwey Beine ſo viel werth ſind, als vier Haͤnde; es iſt nicht das erſtemal.

Dankt es dieſem Herrn, Vetter, ſagte Raſhleigh wenn ich einen Theil meiner Schuld Ench jetzt unbezahlt laſſe, und wenn ich Euch jetzt verlaſſe, geſchieht es nur in der Hoffnung, uns bald anderswo zu treffen, wo wir nicht unterbrochen werden.

Er nahm ſeinen Degen auf, ſteckte ihn ein, und ver⸗ lor ſich ins Gebuͤſche.

Der Schotte hinderte mich halb mit Gewalt, halb durch Zureden ihm zu folgen, und ich ſieng auch bald an, einzu⸗ ſehen, daß es wenig helfen waͤrde, 3

Nach einigen fruchtloſen Anſtrengungen, wobei er mich ſehr ſchonend behandelte, ſah er, daß ich ruhig blieb und ſagte dann: meiner Treu! ich ſah nie einen ſo tollen Kampf! Was wolltet Ihr thun? dem Wolf in ſeine Hoͤhle folgen? Ich ſage Euch, er hat die alte Falle wieder aufgeſtellt; er hat den Einnehmer Morris dahin gebracht, die alte Geſchichte wieder anzubringen, und jetzt kann ich Euch nicht helfen, wie beym Friedensrichter Ing⸗ lewood. Es iſt fuͤr meine Geſundheit nicht gut, den Be⸗ amten hier in den Weg zu kommen, das ſind eingefleiſchte Whigs. Und jetzt geht nach Hauſe, wie ein ordentlicher Burſche buͤckt Euch, daß Ihr dem Schlage ausweicht. Bleibt dem Raſhleigh, dem Morris und dem elenden Mac Vittie aus dem Geſicht. Denkt an das Wirthshaus von Aberfoil, wie ich Euch ſagte, auf mein Wort, es ge⸗ ſchieht Euch kein Leid. Aber haltet Euch ruhig, bis wit uns wiederſehen, ich muß jetzt gehen, und den Raſh⸗ leigh vor der Stadt einholen, ſonſt giebts Unheil, denn