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wo der die Hand im Sviele hat, da ſetzt es nichts gutes. — Denkt an Aberfoil.. 1
Er wandte ſich um, und ließ mich zuruͤck, nachſinnend uͤber die ſonderbaren Ereigniſſe. Meine erſte Sorge war
nun, meine Kleidung in Ordnung zu bringen, und mich
ſo in den Mantel zu haͤllen, daß man das Blut nicht ſehen ſollte, das an meiner rechten Seite herab floß. Kaum war dieß geſchehen, ſo fuͤllte ſich der Garten nach geendigten Vorleſungen mit Schuͤlern. Ich entſernte mich deßbalb ſo ſchnell wie moͤglich, und auf meinem Wege zu Herrn Jarvie, deſſen Tiſchzeit herannahte, hielt ich an einem kleinen anſpruchloſen Laden an, deſſen Schild an⸗ zeigte, daß hier Chriſtopher Neilſon, Wundarzt und Apo⸗ theker wohne. Einen kleinen Jungen der etwas in einem Möoͤrſer zerſtieß, bat ich, mir Gehoͤr bey dem gelehrten Arzneimann zu verſchaffen. Er oͤffnete die Thuͤre der Hin⸗ terſtube, wo ich einen lebhaſten, altlichen Mann traf, der unglaͤubig den Kopf ſchuͤttelte⸗ als ich ihm erzaͤhlte, daß ich zukaͤlligerweiſe durch das abgeſprungene Rappier mei⸗ nes Gegners verwundet worden ſey. Als er die undeden⸗ tende Wunde ein wenig verbunden hatte, bemerkte er: „das iſt uimmermehr von einem abgebrochenen Rappler. Ach! junges Blut!— junges Biut! aber wir Wund⸗ aͤrzte ſind verſchwiegene Leute.— Gaͤbe es kein heißes Blut und kein boͤſes Blut, was wollte aus den beiden ge⸗ lehrten Fakultaͤten werden.“
Mit dieſer moraliſchen Betrachtung entließ er mich, und ich fuͤhlte nachber wenig Ungelegenheit von der em⸗ pfangenen Streifwunde.
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