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leigh, wie dieß ſehr wahrſcheinlich iſt, und Ihr moͤgt ge⸗ lehrter ſeyn, was ich Euch nicht ſtreite; aber ich denfe, Ihr ſeyd weder tapferer, noch ein beſſerer Edelmann, als ich, und es waͤre mir etwas neues, wenn ich horte, Ihr ſeiet ein eben ſo guter. Und wagen?— Nun da iſt viel zu wagen? Ich glaube, ich habe ſchon andere Hizkoͤpfe, als Ihr ſeid, zuſammengehauen, und wenn es geſchehen war, nicht einmal ſonderlich an mein Morgenwerk gedacht. Stuͤnde meln Fuß auf der Haide, wie er jezt auf der Landſtraße ſteht, oder dieſem kleinen Plaze da, der wenig beſſer iſt, mir iſt ſchon ſalimmer mitgeſpielt worden, als mir es jezt — Mienge, wenn ich geneigt waͤre, Euch beiden zu geben, was Ihr verdient.““.
Raſhleigh hatte ſich indeß voͤllig geſammelt.„Mein Vetter.“ ſagte er,„wird zugeben, daß er mich zum Kampf noͤthigte. Ich habe ihn nicht geſuc,t. Ich freue mich, daß Ihr uns unterbrochen habt, ehe ich ſeine Voretligkeit ſtren⸗ ger zuͤchtigte.“ 4
„Seid Ihr verwundet, Junge?“ fragte mich Camp⸗ bell mit Theilnahme. 5 „Ein kleiner Riz,“ erwiederte ich,„deſſen ſich mein guͤtiger Vetter nicht lange geruͤhmt haͤtte, waͤret Ihr nicht
dazwiſchen gekommen“
„Meiner Treu, das iſt wahr, Herr Raſhleigh,“ ſagte Campbell;„das kalte Eiſen und Euer beſtes Blut waͤren nahe mit einander bekannt worden, haͤtte ich Herrn Fran⸗ zens rechte Hand nicht gehalten. Aber ſeht drum nicht ſo graͤmlich aus,— kommt, und geht mit mir. Ich habe Euch etwas Neues zu ſagen, da werdet Ihr Euch abkuͤhlen und zu Euch ſelbſt kommen.“
„Verzeiht mir,“ ſagte ich,„Ihr habt Euch ſchon bei mehreren Gelegenheiten freundlich gegen mich bewieſen, aber ich kann und will dieſen da nicht aus dem Geſicht laſ⸗ ſen, bis er mir die Huͤlfsmittel zur Erfuͤllung der Verbind⸗ lichkeiten meines Vaters uͤbergibt, deren er ſich verraͤthert⸗ ſcher Weiſe bemaͤchtigt hat.“
„Ihr ſeid ein Thor,“ erwiederte Campbell;, das hilft Euch nichts, wenn Ihr uns jezt folgen wollt; Ihr habt ge⸗
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