Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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aus, und konnte mich nicht raſch genug wieder aufrichten, um ſeinen Gegenſtoß zu pariren. Doch hatte dieſer keinen ſchlimmen Erfolg, denn er gieng mir durch die Weſte und den Nock, und rizte die Rivpe. Raſhleigh hatte aber ſo heftig geſtoßen, daß ſein Degengefaͤß meine Bruſt traf; ich taumelte, und glautte mich einen Augenblick toͤdtlich ver⸗ wundet. Racheduͤrſtend rang ſch mit meinem Gegner, er⸗ griff mit der linken Hand das Gefaͤß ſeines Degens, faßte den meinigen kaͤrzer, um ihn ihm durch den Leib zu ſtoßen. Unſer wuͤthender Kampf wurde in dieſem Augenblick durch einen Mann unterbrochen, der ſich mit Gewalt zwiſchen uns warf, uns von einander trennte, und mit lauter und beſehlender Srimme ausrief:Wie! die Soͤhne derer die an einer Bruſt getrunten haben, wollen ihr Blut veraleßen, als waͤre es fremdes! Bei der Hand meines Vaters, den erſten, der noch einen Stoß auf den andern thun wil,

ſpalte ich bis auf die Beuſt. 3 Voll Erſtaunen blickte ich auf; der Sprecher war kein anderer, als Campbell. Er hielt einen Saͤbel in der Fauſt,

den er waͤhrend ſeiner Rede nber dem Haupte ſcwang als

wollte er ſeine Vermittlung erzwingen. Raſhleigh und ich ſtarrten ſchweigend dieſen unerwarteten Stoͤrer an, der in ſeinen abwechſelnd bald an jenen, bald an mich gerichreten Ermahnungen fortfuhr:Glaubt Ihr, Herr Franz, Eures Vaters Credit wieder herzuſtellen, wenn Ihr Euern Vetter erſtecht, oder Euch erſtechen laſſet im Garten des Colle⸗ glums von Glaszow? Oder d Ihr, Herr Raſbleigh, baß man Euch Leben und Eigenthum anvertrauen wird, wo es große politiſche Intereſſen gilt, wenn Ihr wie ein Trun⸗ kenbold herumlauft, und Haͤndel anfaͤngt? Nun, blickt mich nicht ſo wild und grimmia an, Menſch, wenn Ihr zornig ſeid, ſo wißt Ihr, wie Ihr die Schnalle Eurer De⸗ genkuppel wenden muͤßt.

Meine jezige Lage macht Euch vermeſſen, erwiederte Raſhleigh;ſonſt haͤttet Ihr ſchwerlich gewagt, Euch in eine Sache zu miſchen, wo meine Ehre betheiligt iſt.

Ei! ſeht doch! Vermeſſen? Und warum ſollt ich vermeſſen ſein? Ihr moͤgt reicher ſeyn, Herr Raſh⸗