Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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Mit dieſen Worten ſetzte er die Brille auf, und be⸗ gann Owens Angaben zu pruͤfen, die ihm dieſer ohne Ruͤck⸗ halt mittheilen zu müſſen glaubte. Ich verſtand genug von Handelsgeſchaͤften, um zu bemerken, mit welchem Scharfſinn Jarvie die ihm vorgelegten Gegenſtaͤnde beur⸗ theilte, und ich muß ihm die Gerechtigkeit wiederfahren laſſen, daß er nicht nur mit großer Redlichkeit, ſondern ſelbſt mit Großmuth dabet verfuhr. Doch kratzte er ſich dabei ein paarmal hinter den Ohren, wenn er bemerkt, daß das Soll von Seiten des Hauſes Osbaldiſtone und Treſ⸗ ham gegen ihn ſelbſt ſtand.

Es kann voͤllig verloren ſeyn, bemerkte er,und, meiner Treu! was auch Eure Goldſchmiede in der Lom⸗ bardſtraße ſagen moͤgen, das iſt auf dem Salzmarkt zu Glasgow kein Spaß. Das iſt ein ſchweres Defickt, ein gewaltiges noch in meinem Faß. Aber was iſt's denn? Ich denke, Euer Haus wird darum noch nicht fallen, und wenn auch, ſo will ich nie ſo ſchlecht ſeyn, wie die Ra⸗ ben in der Galgenſtraße, wenn ich bei Euch verliere, nun, ich will nicht laͤugnen, ich habe auch ſchon manches ſchoͤne Pfund Sterling bei Euch gewonnen. Und wenn's denn auch zum ſchlimmſten kommen ſollte, ſo legte ich eben den Kopf der Sau zum Schwanz des Ferkels.

Ich verſtand nicht voͤllig die ſpruͤchwoͤrtlichen Redensar⸗ ten, womit Herr Jarvie ſich ſelbſt troͤſtete, aber ich konnte leicht bemerken, daß er einen freundlichen, wohlwollenden Antheil an der Auselnanderſetzung der Angelegenheiten meines Vaters nahm, mehrere Auskunftsmittel angab, ver⸗ ſchiedene von Owen vorgeſchlagene Maaßregeln billigte, und die truͤbe Stirne des ntedergeſchlagenen Abgeordneten der Firma Osbaldiſone und Treſham ziemlich erhellte.