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„Nun, er iſt—— hum!— er iſt—— hum. Wo traft Ihr mit Herrn Robert Campbell, wie Ihr ihn nennt, zuſammen?“
„Ich traf ihn zufaͤlligerweiſe,“ erwiederte ich,„vor elnigen Monaten, im Norden von England.“
„Nun, Herr Osbaldiſtone,“ ſagte der Rathmann ver⸗ drießlich;„dann wißt Ihr ſo viel von ihm, als ich.“
„Ich ſollte nicht denten, Herr Jarvie, wie es ſcheint, ſeyd Ihr ſein Verwandter und ſein Freund.“
„Ja, ja, es beſteht eine Verwandtſchaft zwiſchen uns,“ ſagte Jarvie mit ſichtlichem Widerwillen,,aber wir haben einander wenig geſehen, ſeit Roh den Viehhandel aufgab, der arme Menſch, ſie haben ihm hart mitgeſpielt, auch die, um welche er es beſſer verdient haͤtte,— und ſein Geld haben ſie ihm auch abbetrogen. Nun, es giebt jetzt viele, die lieber wollten, man haͤtte den armen Robin nicht aus Glasgow verjagt, und manche noͤchten ihn lieber wieder hinter drei hundert Ochſen drein gehen ſehen, als vor dreißig ſchlimmern Beſtien voraus.“
„ Aber alles dieß, Herr Jarvie ſagt mir noch nichts uͤber ſeinen Rang, ſein Thun und Trachten, und von was er lebt.“
„Rang?“ ſagte Herr Jaroie;„er iſt ein hochlaͤndi⸗ ſcher Edelmann, einen beſſern Rang braucht keiner;— und ſeine Tracht, ich glaube, er traͤgt auf den Bergen die hochländiſche Tracht, obgleich er Hoſen anzieht, wenn er nach Glasgow kommt,— wovon er lebt? darum, wißt Ihr, haben wir uns nicht zu kuͤmmern, ſo lang er nichts von uns verlangt. Aber ich habe jetzt keine Zeit, von ihm zu ſchwazen, weil wir in aller Eile ſehen muͤſſen, wie es um Eures Vaters Angelegenheiten ſteht.“


