Teil eines Werkes 
102. Band, Robin der Rothe : 3. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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104 gen, daß Junker Thorniliff nicht der einzige iſt, der ſeine Haͤnde brauchen kann.

Waͤhrend ich ſo ſprach, kam mir die ganze Sache ſo laͤcherlich vor, daß ich trotz meines Unwillens beinahe laut auf gelacht haͤtte uͤber die Ernſthaftigkeit, mit welcher An⸗ dreas den ſeltſamen Streit fortfuͤhrte. Der Schurke merkte dieß, und wurde um ſo beharrlicher; doch hielt er es fuͤr ſicherer, ſeine Anſpruͤche ein wenig herabzuſtimmen, um meine Geduld nicht auf eine zu harte Probe zu ſetzen.

Zugegeben, daß es auch in meiner Gewalt ſtuͤnde, einen getreuen Diener, der mir und den Meinigen zwanzig Jahre lang bei Tag und Nacht gedient, an einem fremden Orte plötzlich zu entlaſſen, ſo ſey er doch verſichert, ſagte er,daß es mir ſo wenig, als irgend elnem wackern Man⸗ ne, in den Sinn kaͤme, einen armen Teuſel, wie ihn, der vierzig, fuͤnfzig, ja hundert Meilen von ſeinem Wege abgegangen ſey, nur um mir Geſellſchaft zu leiſten, und der nichts haͤtte, als ſein Tagelohn, einem ſolchen Ungluͤck auszuſetzen.

Ich glaube, du warſt es, Tresham, der mir einmal ſagte, daß ſch trotz meiner Hartnaͤckigkeit in gewiſſen Din⸗ gen mich aͤußerſt leicht ſchnellen und breitſchlagen laſſe. Nur Widerſpruch macht mich hartnaͤckig, und ſobald ich mich nicht gereizt fuͤhle, einen Vorſchlag zu bekaͤmpfen, ſo bin ich ſtets eher bereit, einzuwilligen, als mich viel plagen zu laſſen. Ich kannte den Burſchen als einen be⸗ gehrlichen, uberlaͤſtigen Geck, doch mußte ich jemand als Fuͤhrer und Bedienten bei mir haben, und ich war an des Menſchen Laune ſo gewoͤhnt, daß ſie mich manchmal be⸗ luſtigte. Noch unſchluͤſſig fraate ich ihn, ob er Wege, Staͤdte u. dgl. im noͤrdlichen Schottland kenne, wohin mich